Wenn dir das hier gefiel …
Is Free Will a Fairytale?: A Memoir of Sex,Obsession, Multiple Sclerosis and the Subconscious Mind
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau ins Schwarze und verblüfft mit einer Mischung aus Ehrlichkeit, Schmerz und einer Prise unerwartetem Humor – „Is Free Will a Fairytale?“ von Annie McBride gehört definitiv dazu. Die Autorin wirft uns mitten hinein in eine schonungslose Selbstsuche, die von sexuell aufgeladener Obsession, familiären Dämonen und einer schweren Krankheit geprägt ist. Dabei erzählt sie von ihrem Leben als Witwe, die sich immer wieder in problematische Beziehungen zu Alkoholikern stürzt, und von der Diagnose Multiple Sklerose, die alles noch komplizierter macht.
Annie ist keine Heldin aus dem Bilderbuch, sondern eine zutiefst verletzliche, manchmal chaotische Frau, deren Kampf mit sich selbst man so schnell nicht vergisst. Der Schreibstil ist roh, direkt und ehrlich – da wird nicht beschönigt, da wird ausgesprochen, was oft unausgesprochen bleibt. „Fuck“ ist hier wirklich ein Lieblingswort, und das passt zu dem biografischen Trip, der alles andere als feinfühlig verkitscht ist. Das macht die Geschichte nahbar, authentisch und irgendwie befreiend. Man fühlt sich fast, als würde man mit Annie zusammen auf der Couch sitzen, während sie ihre Seele entblößt.
Was mir besonders gefallen hat, war die Vielfalt an Themen, die mühelos zusammenfließen: Sucht, Liebe, Trauma, Krankheit und die Frage nach freiem Willen – und das Ganze ohne jemals zu schwer oder moralisierend zu wirken. Klar, manchmal wünscht man sich ein bisschen mehr Struktur, denn der lockere, manchmal sprunghafte Stil kann einen gelegentlich aus dem Lesefluss reißen. Und ja, die expliziten Passagen sind nicht jedermanns Sache – hier wird nichts beschönigt, was manche Leser:innen vielleicht abschreckt.
Wer gerne tiefgründige Memoiren liest, die mehr wie ein ehrliches Gespräch wirken, bei dem man auch mal schlucken und lachen muss, der liegt mit diesem Buch genau richtig. Es ist keine Wohlfühllektüre, aber eine, die zum Nachdenken anstößt und einen nicht kalt lässt.
Kurz gesagt: Wer sich auf eine ungeschönte Reise in die Abgründe und Hoffnungen eines bewegten Lebens einlassen will, sollte hier zugreifen. Für mich gibt es 4 von 5 Sternen – ein kraftvolles und mutiges Buch mit Ecken und Kanten.
Klappentext
Annie is widowed in 1984. Tom was an alcoholic, a replica of her father. Shirley, a delightful nymphomaniac, helps Annie search for her soul mate. Annie is only attracted to alcoholics. Her love is obsessive, behaviour compulsive. She can’t choose or decide freely. Annie becomes addicted to sex. Fuck is her favourite word.
In 2004, on the twentieth anniversary of Tom’s death, Annie is diagnosed with multiple sclerosis. Why? She’s been fighting her own psyche for a long time. Is her subconscious mind running her life? Annie is still a vulnerable little girl in an adult body.
If you think you need therapy or just want a good laugh, buy the book. You’ll get both.