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Ghost Stories
Key Facts
Kritik
Wer schon einmal die schmerzlich süße Last des Verlusts getragen hat, wird in „Ghost Stories“ von Siri Hustvedt eine unerwartete Begleiterin finden. Dieses Buch ist keine klassische Trauerliteratur, sondern eher ein poetisches und ehrliches Gespräch mit einem Geist – und zwar dem ihres Mannes, Paul Auster. Hustvedt öffnet in ihrem Werk wie nebenbei ein Fenster in ihre gemeinsame Vergangenheit, ihre Liebe, ihre Erinnerungen und das, was bleibt, wenn jemand unsichtbar wird, aber trotzdem spürbar bleibt.
Im Kern erzählt „Ghost Stories“ von der Sanftheit und dem Schmerz des Abschieds und vom Versuch, den Lieben irgendwie nah zu bleiben, obwohl sie gegangen sind. Dabei wechselt die Autorin charmant zwischen ihrer Perspektive und den letzten, liebevoll an den gemeinsamen Enkel geschriebenen Briefen von Paul. Dieses Wechselspiel macht die Beziehung lebendig, zeigt ihre Tiefe und den unerschütterlichen Zusammenhalt, selbst über den Tod hinaus. Siri Hustvedts Sprache fließt locker, fast schon zärtlich, aber mit einer Klarheit und Nähe, die mitten ins Herz trifft. Die Hauptfiguren – vor allem das legendäre Autorenpaar – treten durch diesen authentischen Ton so nah an uns heran, dass man fast glaubt, neben ihnen zu stehen.
Was mir besonders gefallen hat, ist diese ungewöhnliche Mischung aus persönlichem Blick und universellen Fragen: Wie lebt man weiter, wenn jemand fehlt? Was bleibt von Liebe und Erinnerung? Diese Mischung macht das Buch nahbar und dennoch außergewöhnlich. Manchmal verliert sich die Erzählung ein bisschen in melancholischen Gedankenspiralen, was etwas Geduld erfordert und nicht jede Leserin anspringt. Aber gerade wer offen für emotional tiefgründige und reflektierte Texte ist, wird sich an dieser Reise kaum sattsehen können.
Kurz gesagt: „Ghost Stories“ ist genau das Richtige für alle, die sich mit Liebe, Erinnerung und Verlust auf authentische, berührende Weise beschäftigen wollen – ohne kitschige Tränendrüsen, dafür mit viel Herz und Verstand. Für mich ist das ein besonderes Buch, das lange nachklingt.
4 von 5 Sternen – ein sensibles, eindrucksvolles Werk für alle, die keine Angst vor dem Thema Trauer und Erinnerung haben.
Klappentext
Mit ihrem beispiellosen Trauer-, Gedächtnis- und Liebesbuch nähert sie sich dem unmöglichen Wunsch, Paul zu neuem Leben zu erwecken. Und Paul selbst kommt zu Wort, mit Briefen, die er für den Monate vor seinem Tod geborenen Enkel Miles hinterlassen hat.
In diesem großen Werk der Erinnerung werden Fragen aufgeworfen, die alle Menschen angehen; es lässt eine einzigartige Liebes- und Lebensgemeinschaft wiedererstehen, die des legendär gewordenen Autorenpaars aus Brooklyn.