Wenn dir das hier gefiel …
Miss Emily und der Verrat des Vikars
Key Facts
Kritik
Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, wird man mitten hinein katapultiert in das neblige Cornwall des Jahres 1907 – mit einer geheimnisvollen Leiche in der Dorfkirche und einem äußerst undurchsichtigen Vikar, der spurlos verschwunden ist. Miss Emily Tremaine ist alles andere als eine gewöhnliche Ermittlerin: Mutig, scharfsinnig und mit einer gehörigen Portion Sturheit ausgestattet, nimmt sie das Rätsel um den Tod der Frau auf, die niemand kannte, aber offensichtlich eine Menge verborgener Geschichten mit sich brachte.
Die Geschichte verbindet geschickt Krimi, historische Details und eine Prise Gesellschaftskritik – unverkennbar britisch mit einer Atmosphäre, die so dicht ist, dass man fast den salzigen Seewind des Meeres riecht. Emily selbst ist eine klasse Figur: weder perfekt noch überzeichnet, sondern eine Frau, die mit ihren Zweifeln ringt und trotzdem nie den Humor verliert. Besonders gut gefiel mir, wie Rebecca Michéle die historische Szenerie zum Leben erweckt, ohne zu langatmig zu werden – die kleinen Gesellschaftsprobleme, der Kampf der Suffragetten und die harsche Realität des frühen 20. Jahrhunderts sind stimmig eingearbeitet.
Der Schreibstil ist locker und präzise, immer mit einem Augenzwinkern, der das Lesen angenehm leicht macht, selbst wenn die Handlung immer wieder ernsthafte Wendungen nimmt. Ab und zu hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren gewünscht, doch das trübt den Lesegenuss kaum.
Wer auf britische Krimis mit einer starken, sympathischen Hauptfigur steht, historische Kulisse liebt und Lust auf eine Mischung aus Spannung, Charme und einem Hauch Rebellion hat, findet hier genau das Richtige. Ein Buch zum Eintauchen, Mitfiebern und Haben-Wollen!
Vergebene Sterne: 4 von 5 – Ein fesselnder historischer Krimi mit Charakter, der Spaß macht und nach mehr schmeckt.
Klappentext
Lady Emily Tremaine traut ihren Augen kaum, als sie die Frau erkennt, die sie erst tags zuvor in den Armen des Vikars Horatio Cranleigh gesehen hat. Schlimmer noch: Die Tote ist seine Ehefrau, von deren Existenz niemand wusste. Je tiefer Emily in Horatios Vergangenheit vordringt, desto mehr Geheimnisse kommen ans Licht - und desto brüchiger wird ihr Vertrauen in den Mann, dem sie mehr zugetan ist, als sie sich eingestehen möchte.
Doch Emily wäre nicht Emily, wenn sie den wahren Mörder nicht aufspüren würde. Ihre Ermittlungen führen sie von den Klippen Cornwalls bis in die finsteren Gassen Londons, wo sie sich als Mann verkleidet in eine Welt voller Gewalt und Ausbeutung wagt. Zwischen Suffragetten-Versammlungen, sabotierten Automobilen und einem hartnäckigen Constable, der sie am liebsten selbst verhaften würde, kämpft sie um Gerechtigkeit - und gegen die Frage, ob ihr Herz sie in die Irre führt.
Ein fesselnder historischer Krimi für alle Fans von britischem Charme, klugen Ermittlerinnen und dem Cornwall der Edwardianischen Ära.