Wenn dir das hier gefiel …
Mord in der Schneiderei
Key Facts
Kritik
Manchmal ist es genau die Atmosphäre, die einen Krimi erst richtig spannend macht – und „Mord in der Schneiderei“ von C.J. Archer liefert genau das. Die Mischung aus glamourösem Londoner Modezirkus und einem kniffligen Mordfall bringt sofort Lust aufs Weiterlesen. Wer schon mal einen Blick hinter die Kulissen einer Schneiderei werfen wollte, findet hier nicht nur Stoff fürs Auge, sondern auch für den Kopf.
Im Zentrum steht Cleo, eine Modedesignerin mit Adlerauge für Details und genug Mut, um sich in einem Mordfall mehr als nur um ihre Nähmaschine zu kümmern. Als sie über die Leiche von Madame Poitiers stolpert, gerät sie mitten hinein in ein Geflecht aus Lügen, Geheimnissen und Gesellschaftskrämerei. Madame Poitiers selbst ist eine großartige Figur – egozentrisch, bissig, dabei mit einer prickelnden Aura, die neugierig macht. Besonders spannend wird es durch die Rätsel um Harry Armitage, den charmant-verführerischen Privatdetektiv, der plötzlich mehr Fragen als Antworten mitbringt. Der Schreibstil ist locker, flüssig und durchaus mit einem Augenzwinkern versehen – ideal für alle, die eine leichte Lektüre suchen, die trotzdem nicht unterfordert.
Was mir besonders gefallen hat, ist die lebendige Darstellung der Figuren und wie geschickt die Autorin Details einwebt, die den Fall vorantreiben, ohne dass es je langweilig wird. Klar, ein paar Klischees schleichen sich ein, zum Beispiel bei den Verdächtigen, die manchmal etwas vorhersehbar bleiben. Und die Handlung hätte an mancher Stelle noch mehr Überraschungen vertragen können – ein bisschen mehr Biss hätte dem Ganzen gut getan.
Aber hey, „Mord in der Schneiderei“ punktet vor allem mit Atmosphäre, Charme und einem sympathischen Ermittlerduo, das Lust auf mehr macht. Für alle, die gerne in britisch-englischen Krimis schmökern, aber keine staubtrockenen Kopfnüsse suchen, ist dieses Buch eine feine Empfehlung.
Fazit: Charmanter, leichtfüßiger Krimi mit modischem Flair und sympathischen Charakteren, der gut unterhält, ohne Anspruch auf High-End-Thriller zu erheben. Für gemütliche Lesestunden an verregneten Nachmittagen perfekt geeignet.
4 von 5 Sternen.