Wenn dir das hier gefiel …
SYLTKRIMI Sturmgrab
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „SYLTKRIMI Sturmgrab“ aufgeschlagen, spürt man förmlich den rauen Wind und den salzigen Duft der Nordsee – ein Auftakt, der sofort Lust macht, auf Sylt zu verschwinden und mit Hauptkommissarin Bente Brodersen durch die Dünen zu streifen. Der Mord an einer jungen Frau sorgt schnell für Spannung, doch Krinke Rehberg erzählt die Geschichte nicht nur als schnörkellosen Krimi, sondern webt geschickt die Atmosphäre der Insel und die Stimmung ihrer Bewohner mit ein.
Bente ist eine echte friesische Frohnatur mit der nötigen Sturheit, die man für so einen Job braucht. Ich mochte besonders, wie sie zwischen Trotz und Sensibilität balanciert, ohne dabei in Klischees abzurutschen. Der plötzliche Selbstmord ihres Hauptverdächtigen schockiert und wirft Fragen auf, die Rehberg mit viel Fingerspitzengefühl und Tempo weiterverfolgt. Die Ermittlungen bekommen schnell eine politische Wendung, die dem Fall zusätzlich Tiefe verleiht und die Inselidylle gehörig aufmischt.
Der Schreibstil ist angenehm direkt, mit einem Hauch norddeutscher Gelassenheit – man liest sich einfach durch den Band, fühlt sich mittendrin und nicht nur daneben. Klar, manche Wendungen überraschen, während andere etwas vorhersehbar bleiben, und manchmal hätte ich mir noch einen Ticken mehr Spannung gewünscht, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Wer Lust auf einen Krimi hat, der nicht nur auf Verbrechen fokussiert, sondern auch das Insel-Flair mit ins Boot holt, der ist hier genau richtig. „Sturmgrab“ macht gute Laune, ist clever konstruiert und dabei so lebendig, dass man die Möwen fast über dem Kopf kreisen hört. Ein gelungener Küstenkrimi, der definitiv Lust auf mehr Syltabenteuer macht.
4.5 von 5 Sternen – perfekt für alle, die maritimes Krimifeeling mögen, ohne auf smarte Ermittlungen und sympathische Charaktere verzichten zu wollen.