Wenn dir das hier gefiel …
Tagebuch
Key Facts
Kritik
Man blättert das Tagebuch auf und ist sofort mitten drin in der Gedankenwelt eines jungen Mädchens, das trotz aller furchtbaren Umstände nicht aufhört zu träumen, zu hoffen und zu schreiben. Anne Frank erzählt aus dem Versteck, wo sie mit ihrer Familie versucht, dem Grauen des Krieges zu entkommen – und schafft es dabei, mit einer unglaublichen erzählerischen Leichtigkeit und Offenheit ihre innersten Gefühle und Gedanken zu teilen.
Das Buch ist kein klassischer Roman, sondern ein echtes Zeitdokument, das einen sehr persönlichen Einblick in Anne Franks Leben gibt. Man lernt ein lebendiges, kluges und sensibel reflektierendes Mädchen kennen, das gerade erst dabei ist, sich selbst als junge Frau zu entdecken – mit all den Unsicherheiten, Träumen und auch der kindlichen Naivität. Mirjam Presslers Übersetzung hält dabei den Stil des Originals wunderbar frisch und unmittelbar, sodass man das Gefühl hat, direkt mit Anne zu sprechen.
Was mich besonders berührt hat, ist Annes unglaubliche Fähigkeit, das Grauen um sie herum in Worte zu fassen, ohne je den Glauben an das Gute im Menschen ganz zu verlieren. Da steckt so viel Mut, Hoffnung und auch ein feiner Humor drin, dass man das Buch fast nicht mehr weglegen kann. Einziger kleiner Kritikpunkt: Manche Passagen ziehen sich für Leser:innen, die es gern etwas flotter mögen, etwas zu sehr in die Länge, weil das Tagebuch eben auch das wahre Leben abbildet – mit all seinen Wiederholungen und kleinen Alltagssorgen.
Wer sich für Geschichte interessiert, für menschliche Schicksale und für einen tiefen Einblick in eine Zeit, die wir nie vergessen dürfen, ist hier genau richtig. Es ist ein Buch zum Nachdenken, Mitfühlen und Erinnern – und ja, auch ein kleiner Funken Inspiration. Nach der Lektüre fühlt man sich irgendwie verbunden – mit Anne, mit ihrer Zeit und vor allem mit der universellen Sehnsucht nach Freiheit und Menschlichkeit.
4 von 5 Sternen – ein zeitlos wichtiges Werk, das man nicht verpassen sollte.
Klappentext
Das Tagebuch von Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.
Die vorliegende Ausgabe ist die einzige vom Anne Frank Fonds in Basel autorisierte Fassung des Tagebuchs, von dem es eine erste und eine zweite, spätere Version gibt, die beide von Anne Frank selbst stammen. Sie hatte das von ihr über mehr als zwei Jahre geführte Tagebuch zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet, weil die erste Fassung ihren schriftstellerischen Ansprüchen nicht mehr genügte.
Diese Ausgabe enthält den von Anne Frank überarbeiteten Tagebuchtext samt den unverändert aus der ersten Fassung übernommenen Teilen, ohne jene Auslassungen, die Annes Vater Otto Frank aus Diskretion vorgenommen hatte. Mirjam Pressler hat dafür eine neue, dem ungekünstelten Stil des Originals adäquate Übersetzung erarbeitet.
Dieser vollständige Text, dessen Authentizität seit der kompletten Wiedergabe aller Werkfassungen in der kritischen Ausgabe der ›Tagebücher der Anne Frank‹ (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1988) unbestritten ist, vermittelt ein eindrucksvolles Bild von Anne Franks Gefühls- und Gedankenwelt und nicht zuletzt von ihren Fortschritten als Schriftstellerin.
»…werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden? Ich hoffe es, ich hoffe es so sehr! Mit Schreiben kann ich alles ausdrücken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.« Anne Frank, 5. April 1944
Überblick über die Versionen der Tagebücher:
Anne Frank hat zwei fragmentarische Tagebuchversionen hinterlassen: Version a und Version b
Version a ist der ursprüngliche Tagebuchtext von Anne Frank.
Version b ist Anne Franks unvollendete Bearbeitung der Tagebuch-Texte, mit der sie eine etwaige Publikation vorbereitet hat. Version b wurde 1986 erstmals publiziert. Seit kurzem wird dieses Fragment als Romanentwurf bezeichnet.
Version c war die erste Fassung des Tagebuchs, die Otto Frank nach dem Krieg 1947 veröffentlichte. Otto Frank, der seine gesamte Familie verloren hatte, bereinigte den Text von Stellen, die für ihn das Andenken an seine Familie schmälerten. Die Version c ist seit 1990 nicht mehr lieferbar.
Version d ist die so genannte Leseausgabe der Tagebücher, die vom Anne Frank Fonds autorisiert wurde und die Versionen a und b in eine Fassung überführt, so dass die Tagebuchtexte ungekürzt zur Verfügung stehen. Diese Version hat die Version c abgelöst und ist seit 1991 die weltweit verbindliche Grundlage für die Übersetzungen des Tagebuchs in über 80 Sprachen, in über 100 Ländern.
Alle Versionen der Tagebücher – außer der Version c – sind in verschiedenen Ausgaben in der Übersetzung von Mirjam Pressler im S. Fischer Verlag lieferbar.