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»Mama, bitte lern Deutsch«
Key Facts
Kritik
Schon beim Aufschlagen dieses Buches spürt man sofort, dass hier keine x-beliebige Geschichte erzählt wird – „Mama, bitte lern Deutsch“ zieht dich mitten hinein in das Leben eines Jungen, der viel zu früh erwachsen werden muss. Tahsim Durgun erzählt von seiner Rolle als Dolmetscher für seine Mutter, vom Überwinden sprachlicher und bürokratischer Hürden und dem Kampf um Anerkennung in einem Land, das nicht immer einfach ist. Die Handlung ist dabei kein bloßer Bericht, sondern eine ehrliche, oft witzige und manchmal auch schmerzhafte Reflexion des Aufwachsens zwischen zwei Kulturen.
Die Hauptfigur Tahsim ist ein charmanter, schlauer Junge mit einem zynischen Humor, der selbst mit schweren Themen wie Abschiebung und Ausgrenzung umgehen kann, ohne dass das Buch in Pessimismus versinkt. Stattdessen gibt es eine Menge Wärme und Respekt, vor allem gegenüber seiner Mutter, deren Stärke spürbar wird, obwohl sie oft durch äußere Umstände eingeschränkt ist. Der Schreibstil ist dabei erfrischend direkt und poetisch zugleich – eine Kombination, die man nicht alle Tage liest und die das Buch aus der Masse an Biografien hervorhebt.
Was mir besonders gefallen hat, sind die liebevollen Illustrationen von Tugyan Cengic, die dem Buch zusätzlichen Charme verleihen und die Gefühle der Geschichte wunderbar unterstützen. Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Kontext zu den politischen und sozialen Hintergründen gewünscht, um das Ganze besser einzuordnen. Aber das schmälert den Gesamteindruck kaum.
Wenn du dich für Geschichten interessierst, die nah an der Realität sind, mit viel Herz erzählen und einem gleichzeitig die Augen für gesellschaftliche Herausforderungen öffnen, dann ist „Mama, bitte lern Deutsch“ genau dein Ding. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne zu belehren – und das noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.
4,5 von 5 Sternen.
Klappentext
Noch bevor Tahsim Durgun die Grundschule abschließt, muss er für seine Mutter die Abschiebebescheide entziffern, begleitet sie als Dolmetscher zu intimen Arztbesuchen und verliest Aldi-Kataloge am Fliesentisch. So wie Tahsim geht es vielen jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, die früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und gleichzeitig einen Platz finden müssen in einem oft feindseligen Land.
Schreiben sie die besten Noten, bekommen sie trotzdem nur eine Hauptschulempfehlung. Fahren ihre Mitschüler*innen in den Urlaub nach Thailand, dürfen sie Deutschland nicht verlassen, weil sie kein gültiges Reisedokument besitzen. Hilflosigkeit, Angst und Überforderung sind ihre stetigen Begleiter, Einfallsreichtum und Empathie ihr Handwerkszeug.
Mit messerscharfer Intelligenz, poetischer Sprachgewalt und zynischem Humor: Internet-Star Tahsim Durgun reflektiert die Lebenswirklichkeit der postmigrantischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte in einer kurdisch-deutschen Familie rechnet Tahsim ab mit der deutschen Bürokratie und zeigt gleichzeitig tiefen Respekt für seine Mutter und ihre Errungenschaften, die für die deutsche Gesellschaft immer unsichtbar bleiben werden.
Hochwertig und liebevoll illustriert von Tugyan Cengic. Diese besondere Schmuckausgabe ist nur in der limitierten Sonderausgabe erhältlich.
FAQ
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