Wenn dir das hier gefiel …
Agatha Raisin und die tote Therapeutin
Key Facts
Kritik
Buchprofil: Agatha Raisin und die tote Therapeutin
M.C. Beaton & Sabine Schilasky
1) Hook
Eine skurrile Dorfgemeinschaft, pikante Geheimnisse und eine Leiche mehr – Agatha Raisin stolpert erneut in ein mörderisches Getümmel, bei dem nicht nur die Nerven, sondern auch der Humor blankliegen.
2) Kurzfazit
Der etablierte Charme der Reihe hält sich auch in diesem Band wacker, wenn auch mit fragilen Höhen und Tiefen in der Spannungsentwicklung. Wer die schrullige Antiheldin liebt, wird ihre Mission zwischen Eifersüchteleien und Dorfklatsch gern begleiten. Doch der Fall wirkt diesmal etwas überfrachtet und variiert bekannte Zutaten ohne frische Würze.
3) Was funktioniert
- Agatha Raisin als vielschichtige, leicht missverstandene Figur mit unverkennbarer Midlife-Crisis-Attitüde.
- Lebendige Schilderung eines britischen Dorfidylls, in dem selbst die therapeutische Praxis zum Amüsement wird.
- Humorvoller Umgang mit zwischenmenschlichen Verstrickungen und Dorfrivalitäten.
- Die gehörige Portion Lakonik, die dem Krimi seinen typisch britischen Klang verleiht.
4) Was schwächelt
- Handlung wirkt stellenweise überfrachtet, die Vielzahl der potenziellen Täter und Motive verwässert den Spannungsbogen.
- Die bisherige Querverbindung der Reihe glänzt hier nicht – neues Personal bleibt eher blass.
- Überraschungen bleiben verhalten, Erwartbarkeit schleift ein wenig am Lesespaß.
- Der Tatort Therapeutin wirkt etwas bemüht als originelles Setting, mehr Auflockerung als echtes Krimimoment.
5) Für wen ist es?
Für Liebhaber des britischen Cosy-Krimis mit einer Prise urkomischer Figurenzeichnung und sanftem Lokalkolorit. Wer Agatha Raisin schon kennt, wird nicht enttäuscht, genießt allerdings vorrangig Routinekost; Neulinge können hier gut einsteigen, sollten aber keine bahnbrechenden Wendungen erwarten.
6) Vergleichstitel
- M.C. Beaton: "Agatha Raisin und der tote Förster"
- Marion Chesney (alias M.C. Beaton): Die Hamish-Macbeth-Reihe
- Sophie Hannah: "The Monogram Murders" (für das Amateurdetektiv-Setting mit Humor)
7) Sternebewertung
★★★☆☆
Ein kurzweiliger Krimi mit sympathischer Hauptfigur, der aber zu oft auf Nummer sicher geht und damit wenig neue Akzente setzt – solide Unterhaltung, keine literarische Offenbarung.