Wenn dir das hier gefiel …
Das Washington-Dekret
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich die ersten Seiten von „Das Washington-Dekret“ aufgeschlagen, war ich sofort mitten drin in einem politischen Albtraum, der erschreckend real wirkt – und irgendwie auch verdammt nah an unserer eigenen Gegenwart. Jussi Adler-Olsen spinnt hier keine gewöhnliche Thriller-Story, sondern ein intensives Gedankenexperiment über Machtmissbrauch und wie leicht eine Demokratie ins Wanken geraten kann.
Im Zentrum steht Bruce Jansen, ein neuer Präsident, der nach einem unfassbaren persönlichen Schicksalsschlag völlig aus der Bahn gerät. Mit seinem besagten „Washington-Dekret“ reißt er die USA in eine politische Krise, wie man sie sich kaum schlimmer vorstellen kann. Doggie Rogers, eine Mitarbeiterin im Präsidentenstab, wird sozusagen zur letzten Hoffnung – und das nicht nur beruflich, sondern auch persönlich, da ihr eigener Vater plötzlich ins Fadenkreuz gerät. Was folgt, ist eine wilde Verfolgungsjagd durch ein Land im Ausnahmezustand.
Adler-Olsens Schreibstil ist angenehm flüssig und trotz der politischen Komplexität leicht zugänglich. Die Perspektivenvielfalt bringt ordentlich Tempo und macht den Roman wirklich mitreißend. Allerdings merkt man zwischendurch durchaus, dass der Plot an ein paar Stellen etwas überladen wirkt – besonders, wenn zu viele Figuren und Schauplätze auf einmal eingeführt werden. Da wäre weniger manchmal mehr gewesen. Auch sprachlich rutscht das Buch bisweilen in eine fast schon kindlich-farbige Ausdrucksweise ab, was den ernsten Ton leider etwas verwässert. Und ja, ein paar Rechtschreibfehler nerven, das hätte man sauberer lösen müssen.
Wer Lust auf einen Politthriller hat, der zum Nachdenken anregt und vor allem den Nagel auf den Kopf trifft, wenn es um die Zerbrechlichkeit von Demokratie geht, wird hier gut bedient. Für die, die es lieber komplex und literarisch hochtrabend mögen, ist das Buch vielleicht nicht die erste Wahl. Insgesamt ist „Das Washington-Dekret“ ein spannender, wenn auch nicht perfekter Blick in eine düstere Dystopie, der den Nerv der Zeit trifft, aber eben auch seine Schwächen besitzt.
Fazit: Ein politisch brisanter Thriller mit spürbarem Sog, der Strecken mit Schwächen hat, aber definitiv einen Blick wert ist. 3 von 5 Sternen.
Klappentext
Ein Politthriller, ein psychologischer Roman, eine Parabel über Machtmissbrauch und die Manipulierbarkeit der Massen von Bestsellerautor Jussi Adler-Olsen.
Ein durchgeknallter Präsident, der mit einem einzigen Dekret ein Land an den Abgrund führt – Jussi Adler-Olsens frappierende Vision von einer Demokratie, die in die Hände eines Despoten fällt.
Durch den kaltblütigen Mord an seiner Ehefrau und dem ungeborenen Kind gerät der neu gewählte amerikanische Präsident Bruce Jansen völlig aus dem Gleichgewicht. Er erlässt das ›Washington Dekret‹ – eine politische Entscheidung, die schwerwiegende Folgen nach sich zieht für die gesamte amerikanische Bevölkerung. Amerika im Ausnahmezustand … Doggie Rogers, Mitarbeiterin im Stab des Präsidenten, steht nach dem Attentat unter Schock – nicht zuletzt, weil ihr eigener Vater nun des Mordes angeklagt wird. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Doggie zur meistgesuchten Frau der USA. Mit Hilfe von Freunden versucht sie, das Komplott aufzudecken. Alles ruht nun auf ihren Schultern …
»Ein fesselnder und hochaktueller Polit-Thriller.« US-Bestsellerautor Steve Berry
»Adler-Olsen schreibt, als hätte er sein ganzes Leben in den Vereinigten Staaten verbracht. Die Geschichte liest sich, als wäre sie erst vor Kurzem geschreiben worden. Dieser provozierende, hellsichtige und hochgradig zeitlose politische Thriller zeigt, dass dieser Autor nicht nur umwerfende Krimi-Szenarien entwerfen kann.« Associated Press
»Adler-Olsen entwirft eine provozierende Dystopie. Ein quälender, total aktueller Politthriller.« Booklist
Pflichtlektüre für Fans intelligenter Polit-Spannung und VerschwörungsthrillernMeisterhaft verwoben: Mehrere Zeitebenen und Perspektiven erzeugen einen unwiderstehlichen SogPolitisches Gedankenexperiment: Wie schnell kann eine Demokratie kippen?
Neben der Carl-Mørck-Reihe sind bei dtv außerdem folgende Titel von Jussi Adler-Olsen erschienen:
›Das Alphabethaus‹›Takeover‹›Miese kleine Morde‹