Wenn dir das hier gefiel …
Buckeye
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen ganz unvermittelt in seinen Bann zieht – so ging es mir mit „Buckeye“ von Patrick Ryan. Von der ersten Seite an fühlt sich die kleine Stadt Bonhomie in Ohio lebendig an, fast so, als könnte man durch die Straßen schlendern, die Gerüche schnuppern und die Menschen dort wirklich kennen lernen.
Im Zentrum steht Cal, der mit einem verkürzten Bein zu Hause bleibt, während der Krieg tobt, und sich um den Haushaltswarenladen seines Schwiegervaters kümmert. Als Präsident Truman im Radio das Ende des Krieges verkündet, verändert ein kurzer, süßer Kuss zwischen ihm und Margaret nicht nur ihr Leben, sondern die komplette Dynamik der beiden Familien – und damit auch die ganze Stadt. Der Roman deckt geschickt auf, wie Zufall, Geheimnisse und Gefühle miteinander verwoben sind, während die Nachkriegszeit an Bonhomie nicht spurlos vorbeigeht.
Was hier wirklich punktet, sind die Figuren: Keine übertriebenen Helden, sondern Menschen, deren Fehler und kleinen Schwächen man sofort verzeiht – im Gegenteil, sie machen sie nahbar und authentisch. Ryan schreibt mit einer Wärme und einem feinen Gespür für Details, die das Lebensgefühl einer vergangenen Ära einfangen, ohne ins Nostalgische abzudriften. Seine Sprache ist klar, bodenständig und doch so atmosphärisch, dass man das Radio in Cal’s Laden, die kleinen Dagverläufe und den Zauber der Feierlichkeiten fast auf der Haut spürt.
Einziger kleiner Wermutstropfen? An manchen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack etwas flotter voranschreiten können. Aber hey, wer will schon hetzen, wenn man sich in einer solchen Welt so wohl fühlt? Ein bisschen mehr Tempo hätte den Spannungsbogen an manchen Stellen sicher noch kräftig angekurbelt.
Wenn du Lust hast auf eine Geschichte, die mehr ist als nur ein Roman über das Amerika der 1940er, sondern ein mitfühlendes Porträt von Gemeinschaft, Liebe und Geheimnissen – dann ist „Buckeye“ definitiv einen Blick wert. Es ist eine dieser seltenen Lektüren, die dich einladen, den Alltag mal kurz auszublenden und ganz in einer anderen Zeit zu versinken.
4 von 5 Sternen – ein charmanter, warmherziger Familienroman mit kleinen Schwächen, der dich trotzdem nicht mehr loslässt.
Klappentext
Weltweit über 35.000 begeisterte Leserstimmen
In Bonhomie, einer Kleinstadt in Ohio, bestimmt wie überall der Zufall das Leben. 1945 sind alle Männer im Krieg – bis auf Cal, der wegen eines um einige Zentimeter verkürzten Beins daheim den Haushaltswarenladen seines Schwiegervaters schmeißt. Als Präsident Truman im Radio die Kapitulation der Deutschen verkündet, ist die schöne Margaret gerade bei ihm im Laden, und die beiden teilen im Freudentaumel einen Kuss. Aus diesem Moment entsteht eine Affäre, die lange abgekühlt ist, als ein kleiner Junge auf die Welt kommt und die Familien von Cal und Margaret für immer miteinander verbindet. Während das Land im Nachkriegsboom floriert, wächst in Bonhomie ein Geheimnis heran. Bis bei der Hundertjahrfeier der Stadt die Wahrheit mit dem Knall der Feuerwerkskörper ans Licht kommt.
Ein Buch, das aus Leserinnen Bewohner seiner Welt macht, voller Lebendigkeit und Wärme, die von einem tiefen Verständnis der menschlichen Seele rührt.
Ein Roman über ein Amerika, das unwiederbringlich verloren scheint
»... dieses wunderbare Buch voller menschlicher Abgründe überrascht immer wieder mit raffinierten Wendungen.« Der Spiegel