Wenn dir das hier gefiel …
Limit
Key Facts
Kritik
Schon beim Aufschlagen von „Limit“ spürt man diese Mischung aus Zukunftsvision und pulsierender Gegenwart, die Frank Schätzing hier entfaltet – als würde man an Bord einer Rakete sitzen, die Richtung Mond saust, während auf der Erde die ganze Weltwirtschaft im Hintergrund tobt. Im Mittelpunkt steht eine spannende Jagd, die sich von Shanghai bis nach Venedig erstreckt: Owen Jericho, ein abgeklärter Detektiv mit Ecken und Kanten, soll eine gesuchte Dissidentin finden, doch schnell wird klar, dass hier mehr auf dem Spiel steht als nur eine einfache Mission.
Schätzing verwebt futuristische Technologien mit politischen Konflikten und wirtschaftlichen Machtspielen, die einen nicht mehr loslassen. Das Trio aus glamourösem Konzernboss, tougher Chinesin und dem emotionsgeladenen Jericho bringt ordentlich Dynamik in die Story, auch wenn die Figuren teils etwas überfrachtet wirken. Besonders cool sind die Einblicke in die verschiedenen Schauplätze und vor allem die dramatischen Momente auf dem Mond, die frische Spannung liefern und das Ganze auf eine neue Ebene heben.
Der Autor schreckt nicht davor zurück, ganz tief in Details zu graben – das kann zwar manchmal ein bisschen zu viel des Guten sein und sich vor allem im ersten Drittel etwas zieht, aber wer dranbleibt, wird mit einem clever konstruierten Plot und überraschenden Wendungen belohnt. Der Schreibstil ist klar und pragmatisch, ohne überkandidelt zu wirken, was das komplexe Thema ganz schön zugänglich macht.
Klar, „Limit“ ist definitiv kein Kurztrip, sondern eher eine ausgedehnte Expedition – eine gewisse Geduld sollte man schon mitbringen. Es gibt Szenen, die man vielleicht getrost hätten kürzen können, und die Fülle an Charakteren und Handlungssträngen erfordert Aufmerksamkeit, aber genau das macht den Reiz für jeden Thriller-Fan aus, der gern auch mal über den Tellerrand schaut.
Wer Lust auf einen intelligenten Zukunftsthriller hat, der Gesellschaft, Technologie und globale Machtkämpfe packend verbindet, ist hier genau richtig. Für alle, die schnelle Action ohne viel Drumherum erwarten, ist „Limit“ dagegen eher nichts.
Vier von fünf möglichen Sternen für ein Buch, das trotz kleiner Schwächen ordentlich Eindruck hinterlässt – und einen mit viel Stoff zum Nachdenken zurücklässt.
Klappentext
Mai 2025: Die Energieversorgung der Erde scheint gesichert, seit die USA auf dem Mond das Element Helium-3 fördern. Bahnbrechende Technologien des Konzerngiganten Orley Enterprises haben die Raumfahrt revolutioniert, in einem erbitterten Kopf-an-Kopf-Rennen versuchen Amerikaner und Chinesen, auf dem Trabanten ihre Claims abzustecken.
Während der exzentrische Konzernchef Julian Orley mit einer Schar prominenter Gäste zu einer Vergnügungstour ins All aufbricht, soll Detektiv Owen Jericho, den eine unglückliche Liebe nach Shanghai verschlagen hat, die untergetauchte Dissidentin Yoyo ausfindig machen. Was nach Routine klingt, ist tatsächlich der Auftakt zu einer alptraumhaften Jagd von China über Äquatorialguinea und Berlin bis nach London und Venedig. Denn auch andere interessieren sich für Yoyo, die offenbar im Besitz streng gehüteter Geheimnisse und ihres Lebens nicht mehr sicher ist.
Jericho muss sich mit der bildschönen, aber ziemlich anstrengenden Chinesin zusammentun, um den phantomgleichen Gegnern auf die Spur zu kommen. In einer Zeit, in der multinationale Konzerne der Politik zunehmend das Zepter aus der Hand nehmen, führen beide einen verzweifelten Kampf ums Überleben, gehetzt von einer Übermacht hochgerüsteter Killer. Die Suche nach den Drahtziehern führt mitten hinein in die Wirren afrikanischer Söldnerkriege, Machtkämpfe um Öl und alternative Energien, Vorherrschaftsträume im Weltraum – und zum Mond, auf dem sich Orleys Reisegruppe unvermittelt einer tödlichen Bedrohung gegenüber sieht.