Wenn dir das hier gefiel …
Giftiger Grund
Key Facts
Kritik
„Giftiger Grund“ hat mich sofort gepackt – diese dunkle Stimmung, das nächtliche Treffen an einer verlassenen Tankstelle, eine Leiche im Kanalschacht und drei Fremde, die mehr miteinander zu tun haben, als sie ahnen. Genau die Art von Geschichte, bei der man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Im Zentrum steht Joran, gerade frisch aus dem Jugendknast entlassen und im freien Alltag völlig verloren. Seine Suche nach der Beute, die ihm wieder Hoffnung geben soll, gerät zur Abwärtsspirale und bringt ihn an die Tankstelle zurück, die sich als Unglücksort entpuppt. Die Begegnungen mit Edda, einem kleinen Mädchen im Schlafanzug, und Charu, der Fotografin auf der Jagd nach Lost Places, verleihen der Story viel Tiefe und machen die Charaktere real und nahbar. Besonders Knüwers feinfühliger Blick auf ihre inneren Kämpfe hat mir gut gefallen – das ist kein 08/15-Krimi, sondern ein richtig vielschichtiges psychologisches Portrait der Abgründe unserer Gesellschaft.
Der Schreibstil ist klar, bildhaft und kommt ganz ohne Schnörkel aus. Statt auf Effekthascherei setzt Knüwer auf Spannung, die langsam aber sicher wächst, bis einem der Atem stockt. Einziger kleiner Wermutstropfen: Manche Passagen ziehen sich etwas, gerade zu Anfang hätte ich mir einen etwas knackigeren Einstieg gewünscht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn sobald man drin ist, will man unbedingt wissen, wie alles ausgeht.
Wer auf nervenzerreißende, sozialkritische Krimis steht, die mehr bieten als blutige Ermittlungen, ist hier genau richtig. „Giftiger Grund“ schafft es, nachdenklich zu machen und gleichzeitig ordentlich zu fesseln – ein gelungenes Paket, das Lust auf mehr macht.
Volle 4 von 5 Sternen – eine klare Empfehlung für alle, die Spannung mit Tiefgang lieben.
Klappentext
»Giftiger Grund« ist der neue Kriminalroman des preisgekrönten Autors Thomas Knüwer über drei Fremde, die mitten in der Nacht an einer verlassenen Tankstelle aufeinander treffen – und eine Leiche finden. Gänsehaut garantiert, nichts für schwache Nerven!
Für Joran, frisch aus dem Jugendknast entlassen, werden die ersten Tage in Freiheit zum Desaster: Sein Vater erpresst ihn und auf Jobsuche wird er erniedrigt und schikaniert. Verzweifelt schleicht er schließlich nachts zu der Tankstelle, die er vor sieben Jahren überfallen hat. Seine letzte Hoffnung ist die Beute, die er vor seiner Festnahme in einem Kanalschacht verstecken konnte.
Die Tankstelle ist längst verlassen – ein Lost Place – doch statt der Beute findet Joran im Schacht eine Leiche: Aras, sein damaliger Freund und Komplize. Ist der Dritte im Bunde sein Mörder?
Entsetzt merkt Joran, dass er nicht allein ist auf dem heruntergekommenen Gelände. Da ist Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug. Und Charu, die sich als Fotografin von Lost Places einen Namen machen will. Der Tote im Schacht wird für alle drei zu einer schicksalhaften Verbindung.
Ein außergewöhnlicher Krimi, der zwischenmenschliche Abgründe auslotet
Der psychologisch vielschichtige Kriminalroman führt tief in die deutsche Provinz – dorthin, wo niemand mehr so genau hinschauen will. Hochspannend, erschütternd und absolut süchtig machend!
Für sein Debüt »Das Haus, in dem Gudelia stirbt« wurde Thomas Knüwer mit dem Deutschen Krimipreis und dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet sowie für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.
»Große Erzählkunst – einer der besten Krimis der Saison.« Jürgen Deppe, NDR Kultur über »Das Haus, in dem Gudelia stirbt«