Wenn dir das hier gefiel …
Ostfriesenerbe
Key Facts
Kritik
Ostfriesenerbe von Klaus-Peter Wolf – ein Krimi, der unter die Haut geht
Wenn ihr Lust auf einen Krimi habt, der nicht nur spannend ist, sondern euch auch mit einer gehörigen Portion Herzblut in die rauen norddeutschen Gefilde entführt, dann ist Ostfriesenerbe genau das Richtige. Gleich zu Beginn dieses 20. Falls für Kommissarin Ann Kathrin Klaasen hat mich die Geschichte gepackt – und zwar so, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Im Mittelpunkt steht ein mysteriöser Doppelmord in der beschaulichen Norder Innenstadt, der eine ganze Stadt in Aufruhr versetzt. Zwei Leichen, platziert vor dem Teemuseum und dem brandneuen Krimimuseum, lassen schnell den Begriff „Museumsmörder“ aufkommen. Doch Ann Kathrin spürt sofort, dass hinter dem vermeintlichen Muster eine viel tiefere Geschichte steckt – eine, die sie auch persönlich herausfordert und ihrem Leben eine neue Richtung geben wird.
Wolf lässt seine Hauptfigur hier so lebendig und authentisch wirken, dass man fast mit ihr am Tatort steht – mit all ihren Zweifeln, ihrer Expertise und ihrem Herz am richtigen Fleck. Der Schreibstil ist dabei wunderbar zugänglich, ohne ins Banale abzurutschen. Locker, aber mit genug Tiefgang, um nicht nur Krimifans zufriedenzustellen, sondern auch Leser:innen, die sich für Charakterentwicklungen begeistern. Zwischendurch dachte ich mir öfters: „Wow, wie schafft er das, Spannung und norddeutsche Bodenständigkeit so perfekt zu vereinen?“
Klar, ein kleiner Wermutstropfen ist Dana, deren Naivität an manchen Stellen doch etwas zu sehr ins Klischeehafte abdriftet – hier hätte ich mir etwas mehr Realismus gewünscht. Aber hey, das kratzt den Spaß nicht wirklich an.
Fazit: Ostfriesenerbe ist ein gelungener Jubiläumsfall, der nicht nur durch ein packendes Verbrechen, sondern vor allem durch seine Menschen und den authentischen Ort besticht. Wer Lust auf einen stimmigen Regionalkrimi mit Ecken und Kanten hat, sollte hier unbedingt zugreifen.
Bewertung: 5 von 5 Sternen – Daumen hoch für einen Krimi, der viel mehr ist als bloß ein gutes Verbrechen.
Klappentext
Eine ganze Stadt gerät in Panik, als Radio Nordseewelle am frühen Morgen den Fund zweier Leichen meldet. Die eine wurde vor dem berühmten Teemuseum in der Norder Innenstadt abgelegt, die andere im neu eröffneten Krimimuseum. Schon sprechen die ersten vom "Museumsmörder" und fragen sich, wo und wann er wieder zuschlagen wird. Doch als Ann Kathrin Klaasen die Leiche von Helga Bornemann sieht, weiß sie, dass hier etwas viel Größeres auf dem Spiel steht und dieser Fall zu einem Wendepunkt in ihrem Leben und ihrer beruflichen Laufbahn werden wird.