Wenn dir das hier gefiel …
Die Vermessung der Welt
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das auf den ersten Blick eher nach trockener Wissenschaft klingt, und wird dann überraschend locker und witzig durch die Biografien zweier außergewöhnlicher Persönlichkeiten geführt. „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann macht genau das und lädt euch ein, auf eine abenteuerliche Reise in die Denkweise von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß zu gehen.
Im Kern ist es die Geschichte zweier Genies, die auf völlig unterschiedliche Weise die Welt erkunden – der eine vom Expeditionsteam, der andere mit mathematischem Blick im stillen Kämmerchen. Kehlmann gelingt es, diese Figuren nicht nur historisch akkurat, sondern auch menschlich greifbar zu machen: Ihre Ecken, Kanten, Ängste und Leidenschaft werden lebendig, ohne dabei in kitschige Heldengeschichten abzugleiten. Gerade dieser Mix aus wissenschaftlicher Exaktheit und humorvoller Lockerheit macht das Buch zu einer wahren Freude beim Lesen.
Der Erzählstil ist nüchtern und elegant, aber nie langweilig. Die indirekte Rede und der ironische Unterton schaffen eine Distanz, die Raum für eigene Interpretationen lässt – manchmal fast wie ein Augenzwinkern des Autors, der uns einlädt, das Genie und das Chaos im Alltag seiner Protagonisten gleichermaßen zu bewundern. Besonders sympathisch fand ich, wie Kehlmann den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Komik meistert.
Klar, wer null Berührungspunkte mit Wissenschaft oder historischem Kontext hat, könnte ab und zu etwas durchhängen – die Anspielungen und Fachdetails sind flott, aber nicht immer super zugänglich. Trotzdem lohnt es sich dranzubleiben, denn es ist weniger das schnelle Plot-Feuerwerk, das begeistert, als die grandios gezeichneten Charaktere und ihr faszinierendes Umfeld.
Falls ihr also Lust auf ein Buch habt, das klug und unterhaltsam zugleich ist, tiefgründig und dabei trotzdem federleicht bleibt – dann seid ihr hier genau richtig. Ein bisschen Geduld bei der wissenschaftlichen Tiefe zahlt sich definitiv aus.
Vier Sterne, weil die kurze Durchhänger-Phase und der gelegentlich akademische Ton den Lesefluss leicht trüben, aber insgesamt ist „Die Vermessung der Welt“ ein brillanter literarischer Trip, der Spaß macht und zum Nachdenken anregt. Absolute Empfehlung für alle, die Geschichte, Geist und Humor in einem Paket mögen.
Klappentext
Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.
«Ein großes Buch, ein genialer Streich.» (Frankfurter Rundschau)
«Urkomisch und herzzerreißend.» (Time Magazine)
«Ein wahrhaft reicher und bahnbrechender Roman.» (Nouvel Observateur)
«Daniel Kehlmanns Roman über Gauß und den Naturforscher Alexander von Humboldt ist die leichthändig ineinander verwobene Doppelbiographie zweier großer Gelehrter, so unterhaltsam und humorvoll und auf schwerelose Weise tiefgründig und intelligent, wie man es hierzulande kaum für möglich hält.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung)