Wenn dir das hier gefiel …
Der Sturm: Vergraben
Key Facts
Kritik
Manchmal packt einen ein Buch sofort, und „Der Sturm: Vergraben“ von Karen Sander hat genau das geschafft – dieses gewisse Kribbeln, wenn ein düsteres Geheimnis langsam ans Tageslicht kommt. Die Geschichte startet mit einer Sturmflut an der Steilküste des Darß, die zwei menschliche Skelette freilegt. Schon allein die Vorstellung, wie die Natur hier einen brutalen alten Fall aufreißt, zieht einen mit magischer Kraft in den Bann.
Im Zentrum stehen Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und die Kryptologin Mascha Krieger, deren Wege sich nicht nur beruflich kreuzen, sondern auch von einer persönlichen Verbindung zum Fall geprägt sind. Das Ermittlerteam wirkt ziemlich authentisch, gerade Maschas Hintergrund sorgt für das emotionale Plus, das dem ganzen Thriller-Flair eine menschliche Tiefe gibt. Karen Sanders Schreibstil ist angenehm klar und dennoch atmosphärisch, sodass man beim Lesen das tosende Meer und die raue Küste förmlich spüren kann. Besonders spannend fand ich die Idee mit der beschädigten CD – ein cleveres Element, das der Story eine frische, moderne Note verleiht.
Natürlich hat das Ganze auch seine kleinen Schwächen: Der Plot zieht sich stellenweise ein bisschen, was bei dem Thema und Setting aber nicht ganz so schlimm ist – manchmal wünscht man sich eben eine straffere Erzählweise, damit der Sog noch stärker wird. Und ja, Freunde flotter Thriller könnten hier an mancher Stelle etwas ungeduldig werden, weil die Geschichte sich Zeit nimmt und nicht sofort alle Karten auf den Tisch legt.
Alles in allem ist „Der Sturm: Vergraben“ genau das Richtige, wenn ihr Lust auf eine norddeutsche Küstenstory habt, die Spannung, ein gutes Ermittlerteam und ein bisschen Familiendrama geschickt verbindet – ohne dabei in Klischees zu versinken. Wer Krimis mag, die atmosphärisch und mit Herz geschrieben sind, wird hier auf jeden Fall seinen Spaß haben.
3,5 von 5 Sternen – ein solider Thriller mit einem Meer an Geheimnissen, der Lust auf mehr macht, aber eben nicht ganz an die ganz großen Wellen anschlägt.
Klappentext
Bei einer Sturmflut auf dem Darß bricht ein Stück der Steilküste weg, und die Gebeine einer Frau werden freigelegt. Noch während die Überreste geborgen werden, entdecken die Kriminaltechniker ein zweites Skelett. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und sein Team vermuten, dass es sich bei den beiden Toten um Opfer des sogenannten Darß-Rippers handeln könnte, der im Sommer 1989 auf der Halbinsel mehrere Liebespaare brutal ermordete. Die Mordserie endete mit dem Fall der Mauer, der Täter wurde nie gefasst.
Eine CD, die ebenfalls am Fundort entdeckt wird, soll Hinweise geben, doch die Daten darauf sind schwer beschädigt. Die Kryptologin Mascha Krieger wird hinzugezogen. Als sie erfährt, dass ihr Vater damals an der Suche nach dem Darß-Ripper beteiligt war, kommt ihr ein ungeheuerlicher Verdacht …
Tom Engelhardt & Mascha Krieger ermitteln.