Wenn dir das hier gefiel …
Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
Key Facts
Kritik
# „Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?“ von Freida McFadden: Ein fesselnder Thriller aus dem Büroalltag
Manchmal sind es die Menschen, die uns im Alltag kaum auffallen, die eine Geschichte in sich tragen, die tief unter die Haut geht. So erging es mir mit Die Kollegin von Freida McFadden – ein Buch, das ich eigentlich nur mal „kurz anlesen“ wollte und dann plötzlich viel zu spät aus der Hand legen konnte. Wer Bücher liebt, die einem am Arbeitsplatz das Fürchten lehren, ist hier genau richtig.
Die Handlung steckt einen mitten in ein ganz normales Büro – bis es das eben nicht mehr ist. Dawn Schiff ist die „komische“ Kollegin, die niemand wirklich versteht, aber täglich pünktlich ihre Arbeit erledigt. Dann verschwindet sie plötzlich spurlos. Ihre Kollegin Natalie Farrell, die sich zwar eher im Hintergrund hält, beginnt neugierig zu forschen. Was wie eine harmlose Suche nach der vermissten Dawn beginnt, entfaltet sich schnell zu einem düsteren Thriller: Wer hat Dawn so sehr gehasst, dass es tödlich enden musste? Und was verbirgt sich hinter den Fassaden der Kolleg:innen?
Ich mochte vor allem den Perspektivwechsel zwischen Natalie und anderen Figuren, der das Geschehen sehr lebendig macht und einen immer wieder auf falsche Fährten lockt. McFaddens Erzählstil ist dabei angenehm flüssig, lebendig und ohne viel Schnickschnack, was dem Spannungsaufbau sehr zugutekommt. Es gibt herrlich ungeschönte Portraits von Büroalltag, Cliquen und den kleinen Sticheleien, die plötzlich eine ganz neue, beunruhigende Bedeutung bekommen. Besonders gelungen fand ich, wie nah man an den Charakteren dran ist – sympathisch, verletzlich und authentisch zugleich. Da fühlt man sich fast selbst in das Büro versetzt – naja, zumindest ohne den Mord-Teil.
Ein kleiner Wermutstropfen ist für mich das Ende. Während die Reise bis dahin mit unerwarteten Wendungen punktet, wirkte der Schluss etwas gehetzt und konnte das Tempo nicht ganz halten. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Raum zum Nachwirken gewünscht. Aber hey, das schmälert das Lesevergnügen insgesamt kaum.
Kurz gesagt: Wer Lust auf einen spannenden Psychothriller mit messerscharfer Beobachtungsgabe und einem Handlungsstrang hat, der tief ins menschliche Miteinander eintaucht, ist hier sehr gut aufgehoben. Für Fans von „Bürowelten mit dunklem Twist“ ein absoluter Tipp.
Bewertung: 4,5 von 5 Sternen
Ein wendungsreicher, packender Thriller, der einen so schnell nicht loslässt – definitiv ein Page-Turner für alle, die gerne mitfiebern, rätseln und dabei auch mal hinter die Fassade schauen wollen.
Klappentext
Dawn Schiff ist seltsam. Darin sind sich ihre Kollegen einig. Sie sagt nie das Richtige. Sie hat keine Freunde. Aber sie ist jeden Morgen um Punkt 8:45 Uhr an ihrem Platz in der Firma, in der sie als Buchhalterin arbeitet. Bis sie eines Morgens nicht auftaucht. Dawns Kollegin Natalie Farrell wundert sich. Dann erhält sie einen anonymen Anruf und fährt zu Dawns Wohnung. Keine Spur von ihrer Kollegin. Doch Natalie bietet sich ein Bild des Grauens. Eins scheint bald klar: Jemand muss Dawn so sehr gehasst haben, dass er sie getötet hat. War es jemand aus ihrem Büro? Je mehr Natalie herausfindet, desto tiefer verstrickt sie sich selbst in ein Netz aus Lügen und Gewalt, aus dem es kein Entkommen gibt.