Wenn dir das hier gefiel …
Tod in Delmenhorst
Key Facts
Kritik
Manchmal genügt ein unscheinbarer Fund, um das ganze Familienleben auf den Kopf zu stellen – genau das passiert in „Tod in Delmenhorst“. Richard Keen erzählt hier nicht einfach nur einen Krimi, sondern serviert eine spannende Mischung aus Familienkonflikt und investigativem Nervenkitzel, der einen schnell in den Bann zieht.
Im Mittelpunkt steht Leo, dessen Stiefvater Marten Schriftsteller ist – ein Typ, der einerseits nervt mit seinem Besserwisser-Getue, andererseits aber auch sympathisch bleibt. Als Leo in Martens Arbeitszimmer auf etwas Ungewöhnliches stößt, stellt sich schnell die Frage: Wie skrupellos ist der Mann wirklich bei der Recherche für seinen neuen Bestseller? Leo beginnt, hinter Martens Geheimnisse zu kommen – was ihn und seine Familie zum Spielball gefährlicher Mächte macht. Das ist nicht nur spannend, sondern schafft auch eine schöne, authentische Dynamik zwischen den Figuren, die man gerne begleitet.
Der Schreibstil? Locker und flüssig, sodass man regelrecht durch die Seiten fliegt, ohne dass der Eindruck entsteht, hier würde nur aufs Genre-Klischee gesetzt. Keen schafft es, lokal verankerte Details einzubauen, ohne dass es zu verkopft oder langweilig wird – man spürt einfach, dass hier jemand mit Herzblut schreibt. Für Fans von regionalen Crime-Stories ist das definitiv ein Plus. Man sollte allerdings bereit sein, sich auf eine Geschichte einzulassen, bei der nicht das klassische Ermittlerduo im Fokus steht, sondern eher das Drama innerhalb der Familie und die Fragen nach moralischen Grenzen bei der Jagd nach dem Bestseller.
Weniger gelungen fand ich stellenweise, dass die Spannung ein wenig schwankt – einige Passagen ziehen sich, während andere einen regelrecht von der Couch reißen. Aber hey, das ist bei vielen Thriller-Debüts so und trübt den Spaß nur minimal.
Am Ende steht ein sympathischer, unterhaltsamer Krimi, der nicht mit Effekthascherei punktet, sondern mit einer soliden Story und gut gezeichneten Figuren. Wer Lust auf einen relativ unkonventionellen Thriller hat, der auch Familienbeziehungen seziert und nebenbei fragt, wie weit man für den Erfolg gehen darf, macht mit „Tod in Delmenhorst“ nichts verkehrt.
4 von 5 Sternen – ein gutes Buch für alle, die lokal verwurzelte Spannung schätzen und keine Lust auf klassischen Ermittler-Krimi haben.
Klappentext
Leos Stiefvater ist Schriftsteller. Er nervt zwar manchmal durch Besserwisserei, findet Leo, aber ansonsten ist Marten ein netter Kerl – bis er er eines Tages in dessen Arbeitszimmer einen merkwürdigen Fund macht. Plötzlich muss er sich fragen, wie weit der Mann seiner Mutter bei den Recherchen für seinen neuen Roman "Finish" tatsächlich geht. Die Entdeckung lässt Leo keine Ruhe mehr und er beginnt, seinem Stiefvater nachzuspionieren. Dabei merkt er nicht, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern seine ganze Familie in tödliche Gefahr bringt.
Tod in ... ist keine Krimireihe. Vielmehr wurde ein Kriminalfall den jeweils örtlichen Gegebenheiten angepasst. Suchen Sie sich also aus, in welcher Stadt Sie auf Verbrecherjagd gehen wollen.