Wenn dir das hier gefiel …
Die Spur der Angst
Key Facts
Kritik
Schon beim ersten Kapitel spürt man diesen prickelnden Nervenkitzel, der einen gleichzeitig fasziniert und leicht frösteln lässt. „Die Spur der Angst“ nimmt einen mit auf eine düstere Reise durch Charlotte, North Carolina, wo kleine Tierkadaver auf grausame Weise inszeniert auftauchen – ein Signal, dass etwas viel Dunkleres im Verborgenen lauert. Tempe Brennan, die forensische Anthropologin, steht dabei im Mittelpunkt, und zwar nicht nur als kluge Ermittlerin, sondern auch als jemand, der authentisch und nahbar wirkt. Ihre Abneigung gegen Tierquälerei macht die Bedrohung greifbar und verstärkt das Gefühl, dass hier nicht einfach nur ein Fall gelöst werden muss, sondern ein Kampf gegen das pure Böse entbrennt.
Die Handlung ist spannend und zieht einem immer tiefer in den Bann, ohne dass man das Gefühl hat, mit zu vielen Details erschlagen zu werden. Kathy Reichs schafft es, besonders durch ihren präzisen, aber unkomplizierten Schreibstil, die Geschichte knackig und temporeich zu erzählen. Da merkt man, dass hier jemand weiß, wovon sie schreibt – das Fachwissen gibt der Story eine glaubwürdige und gleichzeitig spannende Grundlage. Ich mochte, dass Tempe nicht nur die klassische „Heldin“ mit Superkräften ist, sondern auch ihre Schwächen gezeigt bekommt, was sie menschlich und sympathisch macht.
Was ein bisschen schade war: Manche Dialoge wirken ein wenig konstruiert und hätten gelegentlich etwas mehr Natürlichkeit vertragen können. Außerdem hätte ich mir an einigen Stellen noch mehr überraschende Wendungen gewünscht, denn gegen Ende fühlte sich die Auflösung ein klein wenig vorhersehbar an. Aber hey, das ist Meckern auf hohem Niveau.
Wer Lust auf einen Thriller mit einer Mischung aus Wissenschaft, Ermittlungen und einer ordentlichen Portion Gänsehaut hat, für den ist „Die Spur der Angst“ genau der richtige Lesestoff. Keine überkandidelte High-End-Detektivgeschichte, sondern solide Spannung, die unter die Haut geht.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Ein Thriller, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt – definitiv lesenswert für alle Krimi-Fans, die es gerne etwas wissenschaftlicher mögen.
Klappentext
Kleine Tierkadaver – eine Ratte, ein Kaninchen, ein Eichhörnchen – tauchen in Charlotte, North Carolina, auf, verstümmelt und auf bizarre Weise inszeniert. Der forensischen Anthropologin Tempe Brennan ist Tierquälerei zutiefst verhasst. Ihre Beunruhigung wächst, als die Entdeckungen immer makabrer werden. Mit Hochdruck versucht sie dem Täter auf die Spur zu kommen. Denn es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ein Mensch zum Opfer wird …