Wenn dir das hier gefiel …
Villa Rivolta
Key Facts
Kritik
Manchmal reicht ein einziger Satz, um sofort in eine andere Zeit und Welt gezogen zu werden – bei „Villa Rivolta“ ist das fast magisch gelungen. Daniel Speck entführt uns in das glamouröse Mailand der 1960er Jahre, wo zwei Kindheitsfreunde aus völlig unterschiedlichen Welten ihre Wege kreuzen und ein Familiengeheimnis tief unter der Oberfläche brodelt. Piero, der Sohn eines wohlhabenden Automobilunternehmers, und Valeria, die freche Tochter des Dienstmädchens, wachsen zusammen auf, verbunden durch Versprechen und Träume. Doch das Schicksal und die gesellschaftlichen Schranken rütteln an ihrer Freundschaft – und an ihren Gefühlen.
Die Charaktere sind wunderbar lebendig gezeichnet, besonders Valeria hat es mir angetan: eigensinnig, mutig und mit einem Herzen, das viel größer ist, als ihr Umfeld ihr zugesteht. Piero steht im Schatten der Erwartungen, die sein Vater an ihn knüpft, und zugleich fast verloren zwischen Tradition und dem Wunsch nach Freiheit. Specks Erzählstil ist angenehm unaufgeregt, elegant und doch warm – man spürt die Hitze der italienischen Sonne genauso wie die subtilen Spannungen zwischen den Figuren. Die Beschreibungen der Stadt und des damaligen Lebensstils sind so lebendig, dass man fast selbst durch die Straßen Mailands schlendert, mit einem Espresso in der Hand.
Was mir besonders gefällt: Die Mischung aus zarter Liebesgeschichte, Familiengeschichte und sozialem Drama wirkt nie verkitscht, sondern bleibt authentisch und berührend. Klar, an manchen Stellen hätte die Handlung gern noch ein bisschen mehr Tempo vertragen können – ein paar Längen schlichen sich ein, die sich allerdings mit dem fesselnden Erzählton gut weglesen ließen.
Kurz gesagt: Wer Lust hat auf eine zeitgeschichtliche Romanreise, die Herz und Hirn anspricht, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen, liegt mit „Villa Rivolta“ genau richtig. Perfekt für alle, die Geschichten über Liebe, Mut und den weiten Weg zum eigenen Ich mögen, ganz egal ob Italien-Fan oder nicht.
4 von 5 Sternen – ein Wohlfühlbuch mit Tiefgang, das man so schnell nicht vergisst.
Klappentext
Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.
Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.
Bestseller-Autor Daniel Speck (»Bella Germania«) erzählt uns eine epische Geschichte über Leidenschaft, Verlust und den Preis dafür, zu werden, wer wir wirklich sind.