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Der Strand: Vermisst
Key Facts
Kritik
Wer hat nicht schon einmal von einem Sommertag geträumt, der plötzlich in einen Albtraum kippt? Genau dieses Gefühl vermittelt Karen Sanders „Der Strand: Vermisst“ – ein Thriller, der dich von der ersten Seite an packt und nicht mehr loslässt. Die Geschichte um die gehörlose Lilli, die plötzlich spurlos verschwindet, zieht sofort in den Bann. Da steht man als Leser:in mitten im malerischen Sellnitz, fühlt den Sand zwischen den Fingern, und dann kommt dieser Schatten, dieser rätselhafte Moment, der alles verändert.
Die Handlung dreht sich um Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und die clevere Kryptologin Mascha Krieger, die sich gemeinsam auf die Suche nach Lilli machen. Die letzte Nachricht von Lilli – ein gezeichnetes Rätsel im Sand – ist genauso mysteriös wie ihre plötzliche Abwesenheit. Das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren sorgt für ordentlich Spannung: Engelhardt ist der bodenständige Ermittler mit Herz, Mascha bringt den „Codeknacker“ mit richtig viel Know-how ins Spiel. Mir hat besonders gefallen, wie Karen Sander in ihrem unkomplizierten, aber treffenden Stil die Angst, die Hoffnung und die kleine Verzweiflung der Beteiligten einfängt, ohne zu sehr ins Dramatische abzurutschen.
Das Buch liest sich flott, fast schon wie ein guter Fernsehabend, der einen nicht mehr loslässt. Klar, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass das Mysterium um die Zeichen ein wenig früher oder klarer gelüftet wird – hier bleibt ein klein bisschen Frust zurück, wenn sich am Ende nicht alles vollständig aufklärt. Aber das könnte auch genau das Salz in der Suppe für die Fortsetzungen sein, deren Spannung ich jetzt schon neugierig entgegensehe.
Wer Lust auf einen soliden, emotional nachvollziehbaren und gut geschriebenen Thriller hat, der neben nervenaufreibender Suche auch mit sympathischen Figuren punktet, der ist bei „Der Strand: Vermisst“ genau richtig. Ein leichter Einstieg in eine Reihe, die definitiv Lust auf mehr macht – und damit gebe ich solide verdiente 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Die gehörlose 19-jährige Lilli Sternberg verschwindet spurlos auf dem Weg zum Strand. Die Polizei unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt durchkämmt sofort die gesamte Umgebung: den Strand, den Ort Sellnitz, in dem Lilli bei ihren Großeltern lebt, das Hinterland. Ohne Ergebnis. Die einzige Spur ist Lillis letzte Handy-Nachricht an eine Freundin: das Foto einer in den Sand gemalten, scheinbar wahllosen Zeichenfolge. Engelhardt bekommt Hilfe von der Kryptologin Mascha Krieger vom LKA. Doch die Ermittler tappen im Dunkeln: Wurde Lilli entführt, und bei dem Foto handelt es sich um eine Botschaft des Täters? Hat Lilli selbst eine Art codierten Abschiedsbrief verschickt? Hat die Schrift im Sand überhaupt etwas mit ihrem Verschwinden zu tun?