Wenn dir das hier gefiel …
Die Tiefe: Verblendet
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Die Tiefe: Verblendet“ aufgeschlagen, war ich sofort mittendrin in einer düsteren Atmosphäre, die förmlich nach Geheimnissen und Verzweiflung schreit. Karen Sander schafft es, diesen schwer fassbaren Flair perfekt einzufangen, ohne dass die Spannung dabei flachläuft oder zu schwerfällig wird.
Im Zentrum der Geschichte steht Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt, dessen Team einen brutal inszenierten Doppelmord auf dem Darß aufklären soll. Doch schnell wird klar: Die Fälle sind alle irgendwie miteinander verknüpft, von der Tragödie auf der Segeljacht bis zu einem mysteriösen Suizid – oder doch nicht? Die Ermittlungen entfalten sich in einem sorgfältig konstruierten Netz aus Hinweisen, Zweifeln und unerwarteten Wendungen. Besonders spannend wird es durch die Figuren: Engelhardt und seine Crew wirken nicht als stereotypische Ermittler, sondern als echte Menschen mit Ecken und Kanten. Auch Mascha Krieger, die Kryptologin, bringt eine interessante Tiefe ins Spiel, ebenso wie ihr Bruder Holger. Dass die Autorin eine komplexe, aber zugängliche Sprache wählt, macht das Lesen richtig angenehm und geht locker von der Hand, was die immensen Details und die Vielzahl der Charaktere gut trägt.
Was ich wirklich klasse fand, ist, wie die verschiedenen Handlungsstränge ineinandergreifen und man ständig am Grübeln ist, was denn nun tatsächlich hinter all den Verbrechen steckt. Der Spannungsbogen ist sorgfältig aufgebaut, ohne durch zu viel Klamauk oder Überdramatisierung zu kippen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Manchmal hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, manche Passagen ziehen sich etwas in die Länge und die vielen Perspektiven erfordern volle Aufmerksamkeit, sonst droht mal das ein oder andere Detail unterzugehen.
Für Fans von atmosphärischen, psychologisch dicht geschriebenen Krimis mit vielschichtigen Charakteren und einer Prise Rätsel genau das Richtige. Wer sich nicht scheut, auch mal länger am Ball zu bleiben, wird hier definitiv belohnt.
Kurz gesagt: „Die Tiefe: Verblendet“ ist clever, spannend und atmosphärisch dicht – ein echter Pageturner mit Tiefgang, der neugierig macht auf mehr von Karen Sander.
Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Auch Kryptologin Mascha Krieger und ihr Bruder Holger haben den Mörder der jungen Ärztin aus Anklam noch nicht gefasst. Derweil ermittelt Kriminaloberkommissar Björn André aus Teterow in einem vermeintlichen Fall von Suizid. Eine junge Frau hat sich die Pulsadern aufgeschnitten, aber die Umstände sind merkwürdig. Björn stößt auf einen Brief, ganz ähnlich dem, den die Ärztin aus Anklam am Tag ihres Todes erhielt. Als auch auf dem Darß ein solcher Brief auftaucht, ist klar, dass alle Verbrechen zusammenhängen müssen. Eine große Soko unter Leitung von Tom Engelhardt wird gebildet.
Und es gibt auch schon einen Verdächtigen: Hagen Oltmanns, ein im Wald lebender Obdachloser, der nicht nur eine Kiste voller Waffen besitzt, sondern auch unter paranoider Schizophrenie leidet. Doch Oltmanns ist spurlos verschwunden.
Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Und plötzlich drehen sich die Ermittlungen in eine völlig unerwartete Richtung.