Wenn dir das hier gefiel …
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones 10
Key Facts
Kritik
Kaum ein anderes Buch schafft es, dich so mitten ins Herz der Intrigen und Leidenschaft Westeros’ zu katapultieren wie „Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones 10“. Schon die ersten Seiten haben mich sofort in den Strudel aus Macht, Liebe und Verrat gezogen – als stünde ich selbst am Hof der Drachenkönigin Daenerys Targaryen. Dieses Mal geht es vor allem um harte Entscheidungen: Daenerys muss einen politischen Bund eingehen, auch wenn ihr Herz ganz woanders schlägt. Und während sich die Spielsteine auf dem Schachbrett bewegen, bricht jenseits der Mauer eine noch größere Gefahr herein, die unsere Helden auf bitterste Weise herausfordert.
George R.R. Martin erzählt in seinem gewohnt detailverliebten Stil, der für Fans zum Markenzeichen geworden ist. Ob Jon Schnee, die Nachtwache oder die Drachenkönigin – alle Figuren sind wieder einmal vielschichtig, mit Ambitionen, Schwächen und überraschenden Momenten. Besonders gefällt mir, wie Martin die politische Dimension mit den düsteren Bedrohungen aus dem Norden verknüpft, das hält die Spannung auf einem soliden Level. Gleichzeitig bin ich ein bisschen zwiegespalten: Gerade die extrem umfangreichen Beschreibungen etwa von Wappen oder Aufenthaltsorten wirken manchmal ein wenig zäh und lösen bei mir gelegentlich ein „Können wir jetzt bitte mal weiter?“ aus. Und ja, wer sich schon bei den vorherigen Bänden an der Flut von Charakteren und Plotlinien sattgesehen hat, wird hier nicht unbedingt eine Vereinfachung erleben.
Dennoch ist „Game of Thrones 10“ genau das Richtige für dich, wenn du dich gerne in einer komplexen, düster-schönen Welt verlieren willst, in der politische Machtspiele genauso brutal sind wie der Kampf ums Überleben. Fans, die eine rasante, schnörkellose Handlung wollen, sollten allerdings etwas Geduld mitbringen oder lieber nochmal die älteren Bände zur Hand nehmen. Für mich bleibt Martin trotz kleiner Schwächen der Erzähler, der einfach fesseln kann – auch wenn die Geschichte manchmal ein bisschen länger zum Kochen braucht.
Unterm Strich: Ein solides, wenn auch nicht überragendes Kapitel in einem der großartigsten Fantasyzyklen unserer Zeit. Wer die Serie liebt, wird hier natürlich nicht entkommen. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen – für Spannung und Charaktertiefe, gepaart mit der gelegentlichen Langatmigkeit. Ein Muss für alle, die Game of Thrones mehr als nur eine TV-Serie sehen.
Klappentext
Über das Schicksal von Westeros entscheiden jedoch nicht die Intrigen der Adligen. Denn die Anderen jenseits der Mauer bereiten den entscheidenen Schlag vor. Jon Schnee und die Nachtwache könnten sie aufhalten. Aber kann der junge Kommandant noch auf die Loyalität seiner Männer vertrauen?
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones