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Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones 08
Key Facts
Kritik
Kaum ein Reich hat mich je so gefesselt wie die Sieben Königreiche in „Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones 08“. Der Moment, wenn man merkt, dass trotz des scheinbaren Friedens hinter den Mauern von Königsmund tiefes Misstrauen brodelt, zieht einen direkt mit in den Strudel aus Machtspielen, Intrigen und verborgenen Plänen. Hier geht es vor allem um Cersei Lannister – eine Frau, die zerstört und zugleich skrupellos ist, und deren Gedankenwelt der Autor mit beeindruckender Detailtiefe offenlegt.
Die Handlung dreht sich um das fragile Gleichgewicht nach Verlusten, Verrat und dem Kampf um die Krone. Margaery Tyrell als Schwiegertochter? Für Cersei kaum vorstellbar. Stattdessen entfaltet sich ein psychologisch aufgeladener Machtkampf, der das politische Ränkespiel spannend hält, ohne dass man sich komplett von bekannten Figuren wie Jon oder Daenerys verabschieden muss – klar, sie stehen hier nicht so im Fokus, aber das ist auch aufregend anders! George R.R. Martin schafft es, seine Protagonistin Cersei so vielschichtig und glaubhaft zu zeichnen, dass man trotz allem Verständnis für ihre Grausamkeit aufbringt.
Der Schreibstil glänzt durch klare, bildhafte Sprache, die das Kopfkino anwirft, ohne sich in endlosen Beschreibungen zu verlieren. Man merkt, dass hier ein Meister am Werk ist, der weiß, wie man Spannung aufbaut – auch wenn das Tempo manchmal etwas gemächlicher ist und die Handlung sich in Details verliert. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Fokus gewünscht, denn gerade der Rückzug von anderen beliebten Charakteren wirft Fragen auf. Ich verstehe, dass dies ein Teil der gesplitteten Ausgabe ist, aber als Leser fühlt man sich zwischendrin ein bisschen abgehängt.
Kritisch bleibt auch die ungewöhnliche Bandenfolge – das irritiert, wenn man auf den nächsten Band wartet, der offiziell noch gar nicht erschienen ist, und sich mit einem Teil eines früheren Kapitels zufrieden geben muss. Ein kleiner Stolperstein für alle, die die Geschichte chronologisch erleben möchten.
Unterm Strich ist dieses Buch ein Muss für alle, die Game of Thrones aus einer neuen Perspektive erleben wollen und sich nicht vor einem etwas langsameren, aber psychologisch intensiven Erzähltempo scheuen. Wer sich auf Cerseis finsteren Geist einlassen kann, wird mit spannender Charakterarbeit belohnt, auch wenn das Gesamtbild teilweise fragmentarisch wirkt.
3,5 von 5 Sternen. Ein starker, aber nicht vollendeter Teil der Reihe, der vor allem Fans der politischen Intrigen begeistert, aber auch mit kleinen Schwächen zu kämpfen hat.
Klappentext
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones