Wenn dir das hier gefiel …
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones 07
Key Facts
Kritik
Kaum ein Buch hat mich so zwiegespalten zurückgelassen wie dieser siebte Teil von „Das Lied von Eis und Feuer“. Die Schlacht um Westeros ist vorerst vorbei, doch das Zerwürfnis der großen Häuser und das Ränkespiel um Macht sind für keine Seite vorbei. Wer auf blutige Kämpfe und heftige Intrigen hofft, sollte sich darauf einstellen, dass hier eher das Knistern unter der Oberfläche dominiert, und sich die Stärke in Details, Schauplätzen und neuen Figuren entfaltet.
George R.R. Martin entführt uns diesmal tief in die weniger bekannten Ecken von Dorne und auf die stürmischen Eiseninseln, und das fand ich persönlich ziemlich spannend. Die Erweiterung des Universums und das Eintauchen in fremde Kulturen sind ein echter Pluspunkt. Allerdings geht das Ganze auf Kosten einiger bekannter Lieblingsfiguren, die leider nur noch Nebenrollen spielen oder sporadisch auftauchen. Jon, Daenerys, Arya, Sansa – sie wirken hier fast wie Gäste, nicht mehr als Hauptakteure, was mir stellenweise echt gefehlt hat. Besonders die Erzählstränge von Charakteren wie Brienne oder Aeron Graufreud hätten durchaus knackiger erzählt sein können, hier verliert sich das Geschehen für meinen Geschmack zu oft in zu vielen Details und langatmigen Passagen.
Der Stil des Autors ist gewohnt bildgewaltig, aber gerade an manchen Stellen wirkt das überbordende Ausmalen von Gewändern, Landschaften und Gefühlen fast schon ermüdend. Es hat den Eindruck, als würde man die Geschichte künstlich strecken, um noch ein paar Seiten mehr herauszuholen – das sorgt leider für einige Längen, die Stimmung wird da etwas zäh. Nicht falsch verstehen: Epische Beschreibungen gehören zum Martin-Charme, aber hier war’s mir manchmal zu viel des Guten.
Kurz gesagt: Wer die komplexe Welt liebt, sich für politische Intrigen abseits der großen Hauptfiguren interessiert und gerne in neue Kulturen eintaucht, wird hier trotzdem einige interessante Momente finden. Wer aber auf temporeiche Action und den Fokus auf die Haupthelden hofft, könnte enttäuscht werden.
Das Buch ist für eingefleischte Fans und Neugierige, die bereit sind, auch mal durch kleinere Längen zu beißen – nicht für alle anderen. Drei Sterne, weil Potenzial da ist, es aber nicht ganz ausgeschöpft wurde.
Klappentext
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones