Wenn dir das hier gefiel …
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones 03
Key Facts
Kritik
Kaum rein ins dritte Kapitel von „Das Lied von Eis und Feuer“, schon spürt man wieder diesen Mix aus Spannung, Intrigen und eisiger Bedrohung, der die Geschichte so packend macht. Diesmal steht Robb Stark im Mittelpunkt, gerade mal fünfzehn und plötzlich Oberhaupt von Winterfell, mitten im Chaos eines ausbrechenden Bürgerkriegs. Er mag jung sein, aber in einer Welt wie Westeros zählen nicht Alter, sondern Mut und Ehre – und das bekommt man hier intensiv mit.
Martin liefert gewohnt detailreiche Beschreibungen, die einen tief ins Geschehen ziehen, ohne dabei trocken zu wirken. Seine Figuren sind wieder wunderbar vielschichtig: Robb ringt mit Verantwortung, Joffrey bleibt fies und nervtötend wie eh und je, und im Hintergrund wächst eine Gefahr, die den frostigen Norden zum Herzklopfen bringt. Was mir besonders gefällt, ist die Balance zwischen großer Politik und den kleinen, emotionalen Momenten – da ist nichts eindimensional. Man fiebert mit, ärgert sich, grinst manchmal schadenfroh.
Klar, das Buch fordert Zeit und Geduld: Manche Passagen ziehen sich ganz schön, der Umfang ist nicht ohne. Der Stil ist detailverliebt, was nicht jedem liegt – Fans von schnellem Tempo könnten sich stellenweise verlieren. Und ja, die deutsche Ausgabe nervt mit der Teilung des Originals in zwei Bücher, was so manche Verwirrung stiftet, vor allem bei eBook-Versionen und Preisgestaltung. Das fühlt sich in Zeiten von eBooks und digitalen Preisen einfach nicht mehr zeitgemäß an.
Für alle, die tiefe, düstere Fantasy mit komplizierten Charakteren mögen und kein Problem damit haben, sich in breit ausgestaltete Welten fallen zu lassen, ist dieser dritte Teil eine sichere Bank. Wer allerdings auf schnelle und knackige Erzählungen wartet, könnte etwas Geduld brauchen.
Unterm Strich: Starkes Mittelstück einer epischen Saga, das gewohnt fesselnd inszeniert, aber mit kleinen Stolpersteinen bei Tempo und Formatierung. Dafür gibt's von mir solide 3 von 5 Sternen – genug, um dran zu bleiben, aber nicht ganz überwältigend.
Klappentext
Das Lied von Eis und Feuer - Game of Thrones