Wenn dir das hier gefiel …
Die Silkwell-Verschwörung
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich die erste Seite von „Die Silkwell-Verschwörung“ aufgeschlagen, war ich mittendrin in einem düsteren Katz-und-Maus-Spiel, das mich bis zur letzten Zeile nicht mehr losließ. Der Mord an CIA-Agentin Jennifer Silkwell im verschlafenen Maine sorgt nicht nur für ordentlich Zündstoff, sondern auch für eine Menge nervenaufreibende Spannung. Travis Devine, unser knallharter Ex-Army-Ranger, soll den Fall lösen – und ich sag’s dir: Er hat’s nicht leicht, wenn ihm überall feindselige Blicke und dicke Geheimnisse entgegenschlagen.
Die Handlung spielt geschickt mit der Frage, wem man wirklich trauen kann, und entführt uns in eine Kleinstadt, in der jeder seine eigenen Rechnungen offen hat. Dabei wirkt der Plot nie überladen, sondern sehr präzise und konzentriert – perfekt für alle, die es gerne spannend und gut durchdacht mögen, ohne sich durch endlose Schauplätze wühlen zu müssen. Travis ist ein fantastischer Protagonist: kantig, clever und mit genau der richtigen Mischung aus mitleidloser Professionalität und stiller Verletzlichkeit. Hier merkt man die Handschrift von Baldacci, die durch Frauke Meiers feine Nuancen noch ein bisschen mehr Tiefe bekommt.
Was mir besonders gefallen hat, ist der knackige, unkomplizierte Schreibstil, der die Geschichte flott vorantreibt, aber nie oberflächlich wird. Die Dialoge sitzen, die Atmosphäre wird dicht und manchmal unangenehm greifbar, ohne dabei billig zu wirken. Nur manchmal wäre ein kleinerer Perspektivwechsel spannend gewesen, um noch mehr von den Motiven der Nebenfiguren zu verstehen – da hätte ich gern ein bisschen mehr Hintergrund ausgegraben.
Alles in allem ist „Die Silkwell-Verschwörung“ das perfekte Buch für alle, die Lust auf einen gut konstruierten Thriller haben, der ohne großes Brimborium auskommt und stattdessen mit starken Figuren und einem cleveren Plot punktet. Wer gewaltige Action erwartet oder mit klassischer Agentenklischee nichts anfangen kann, wird eher enttäuscht sein, aber für alle anderen ist das eine richtig solide Geschichte, die locker bis tief in die Nacht fesselt.
4 von 5 Sternen – spannend, präzise, mit ein paar kleinen Ecken und Kanten, die das Ganze umso lebendiger machen.
Klappentext
CIA-Agentin Jennifer Silkwell wird bei einem Besuch in ihrer Heimatstadt im ländlichen Maine ermordet. Zusätzlich besonders brisant: Ihr Laptop samt gespeicherter Staatsgeheimnisse ist spurlos verschwunden. Die Regierung schickt Ex-Army-Ranger Travis Devine nach Maine, um diskret zu ermitteln und die sensiblen Daten zu sichern. Dabei muss er sich misstrauischen Einheimischen stellen, darunter Jennifers Geschwistern Dak und Alex. Schnell wird Devine klar, dass es in der Kleinstadt viele Geheimnisse gibt und viele Einwohner vor nichts zurückschrecken, damit diese nicht ans Tageslicht kommen. Und so weiß Devine bald nicht mehr, wem er trauen kann - und wer ihn tot sehen will ...
Der 2. Fall für Ex-Army-Ranger Travis Devine