Wenn dir das hier gefiel …
Die Hoffnung der Nebelkinder
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft eine Geschichte mitten ins Herz, ohne viel Klamauk – genau so ist es bei „Die Hoffnung der Nebelkinder“. Stefanie Gregg schafft es, mit ihrem Roman eine Atmosphäre zu weben, die gleichzeitig rau und zart ist, voller unausgesprochener Sehnsüchte und schwerer Vergangenheit.
Es geht um Lilith, Robert und dessen Sohn Aaron – drei Menschen, die auf verschlungenen Wegen zueinanderfinden. Lilith, die eigentlich keine Mutter sein wollte, steht plötzlich vor der Herausforderung, Verantwortung zu übernehmen. Die Schatten von Roberts Kindheit prägen nicht nur ihn, sondern auch das zarte Band zwischen ihnen. Die Reise, die sie gemeinsam antreten, ist mehr als nur eine körperliche – es ist eine Entdeckung ihrer eigenen Geschichten und Verluste.
Die Charaktere sind so lebendig und menschlich gezeichnet, dass man beim Lesen manchmal das Gefühl hat, ihnen direkt gegenüberzusitzen. Liliths Gefühlswelt ist authentisch und vielschichtig, Robert wirkt zerbrechlich und zugleich stark, und Aaron gibt der Geschichte eine besondere Tiefe. Gregg schreibt flüssig und mit einer Leichtigkeit, die schwere Themen nicht erdrückend macht, sondern ihnen Raum zum Atmen lässt. Dabei nimmt sie sich Zeit für kleine Details, die den Figuren echtes Leben schenken.
Ein kleiner Wermutstropfen ist für mich, dass manche Passagen sich etwas ziehen und sich die inneren Monologe manchmal zu sehr wiederholen. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn die emotionale Kraft des Romans überwiegt klar.
Wer Lust auf eine berührende, nachwirkende Lektüre hat, die ohne große Dramatik tief unter die Haut geht, sollte zu „Die Hoffnung der Nebelkinder“ greifen. Für alle, die sich gerne auf Figuren einlassen, deren Leben von der Vergangenheit geprägt, aber voller Hoffnung für die Zukunft sind, genau das Richtige.
4,5 von 5 Sternen – weil Stefanie Gregg hier eine beeindruckende Balance zwischen Schmerz und Zuversicht gelingt, die lange nachhallt.
Klappentext
München, 1985: Als Lilith Robert kennenlernt, weiß sie: Er ist die Liebe ihres Lebens. Doch gezeichnet von den Traumata seiner Kindheit, entgleitet er Lilith immer mehr. Über Jahre verlieren sie sich aus den Augen, bis Robert plötzlich wieder vor ihrer Tür steht. Und mit ihm sein Sohn Aaron. Auch wenn Lilith nie Mutter werden wollte, sieht sie sich plötzlich mit Roberts Bitte konfrontiert, den 13-jährigen Jungen bei sich aufzunehmen. Doch kann sie überhaupt für ein Kind sorgen? Erst als Lilith gemeinsam mit Aaron und Robert eine Reise antritt, versteht sie ihre eigene Vergangenheit ...
Die berührende Geschichte einer Kriegsenkelin, die aus den Schatten der Vergangenheit heraustritt.