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Autor:
Erschienen:
2012-08-29
Preis:
11,99 € (EUR)
Apple Store Rating:
4.00/5 (149 Bewertungen)
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Der Trafikant

Key Facts

Erschienen
2012-08-29
Preis
11,99 € (EUR)
Bewertung
⭐ 4.00/5 (149)
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Kritik

„Der Trafikant“ von Robert Seethaler – ein leiser Strudel zwischen Geschichte und Herz

Manchmal entdeckt man ein Buch, das ganz unscheinbar wirkt und einen dann doch mitnimmt – so ging es mir mit „Der Trafikant“. Das erste Aufschlagen fühlt sich an wie der Schritt in eine andere Zeit, eine andere Welt, die trotzdem verblüffend nahbar bleibt. Robert Seethaler schafft es, mit sehr feinen Strichen eine Geschichte zu erzählen, die leise, aber tief berührt.

Im Zentrum steht der 17-jährige Franz Huchel, der 1937 sein Heimatdorf verlässt, um eine Ausbildung in einer Wiener Trafik zu beginnen – also einem kleinen Tabak- und Zeitungsladen. Dort trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen, allen voran auf Sigmund Freud, der als Stammkunde eine bemerkenswerte Rolle einnimmt. Zwar ist die Handlung nicht auf actiongeladene Höhepunkte ausgelegt, dafür ist das Miteinander, die innere Entwicklung Franz’ und seine erste große Liebe zum Varietétänzerin Anezka das Herzstück der Erzählung. Man spürt förmlich den Wandel einer Zeit, die kurz vor dem Abgrund steht, und die Unsicherheiten, die auch in kleinen Momenten mitschwingen.

Was mir besonders gefallen hat, ist Seethalers Schreibstil: schlicht, klar und dabei trotzdem voller Wärme. Er beschreibt ohne großes Drama, schafft es aber, die Figuren so lebendig wirken zu lassen, dass man sie fast persönlich kennt. Auf der anderen Seite habe ich – und da schließe ich mich einigen Lesermeinungen an – das Fehlen von Kapiteln und die wenigen Absätze als etwas störend empfunden. Das macht das Lesen manchmal anstrengender, gerade wenn man zwischendurch mal eine Pause einlegen möchte. Und ja, es gibt Passagen, die sich in Details verzetteln, was wohl nicht jedem liegt.

Doch all das ändert nichts daran, dass „Der Trafikant“ eine emotionale, sehr menschliche Geschichte erzählt. Zwischen Freundschaft, Liebe und gesellschaftlichem Umbruch fühlt man sich oft selbst ein Stück verloren, aber eben auch immer wieder aufgerichtet. Für alle, die Lust auf eine kleine Reise in eine spannende Zeit mit viel Gefühl und ohne großen Tamtam haben, ist dieses Buch definitiv ein Treffer.

Fazit: Ein wunderbarer Roman, bei dem man mit etwas Geduld und Offenheit viel mitnehmen kann – und den man so schnell nicht vergisst. Eine Empfehlung für alle, die mehr auf leise Töne als auf bombastische Dramen stehen. 4,5 von 5 Sternen.

Klappentext

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf unglücklich in die Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden Franz, Freud und Anezka jäh vom Strudel der Ereignisse mitgerissen.

FAQ

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm.…

Was mir besonders gefallen hat, ist Seethalers Schreibstil: schlicht, klar und dabei trotzdem voller Wärme. Er beschreibt ohne großes Drama, schafft es aber, die Figuren so lebendig wirken zu lassen, dass man sie fast persönlich kennt.

Ein wunderbarer Roman, bei dem man mit etwas Geduld und Offenheit viel mitnehmen kann – und den man so schnell nicht vergisst. Eine Empfehlung für alle, die mehr auf leise Töne als auf bombastische Dramen stehen. 4,5 von 5 Sternen.

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JustAnormalUs3r
⭐ 4/5 · 24.01.2022
Lesenswert!
Sehr schönes Buch. Oft leider in den kleinen Details etwas zu lang und in der großen Story etwas zu vage. Persönlich fand ich es ziemlich irritierend, dass es keine Kapitel gibt und kaum Absätze. Das hat das Lesen ziemlich erschwert. Dennoch ein sehr gutes Buch.
Justin Preiss
⭐ 5/5 · 14.05.2020
Das beste Buch das ich jemals gelesen habe
Im Rahmen meiner Abschlussprüfung mussten wir das Buch lesen. Anfangs noch recht skeptisch und mit der Anmutung wieder ein ödes und langweiliges Buch vorgelegt zu bekommen, das schwierig zu verstehen erscheint oder gar so langweilig erscheint das man keine Lust hat weiterzulesen, hat sich dieser Gedanke recht schnell nicht bewahrheitet. Ich bin zwar nicht der allergrößte Bücherfreund aber diese Geschichte hat mich einfach gepackt und gefesselt. Auch wenn einige Passagen vielleicht etwas zu ausführlich geschrieben sind, sind sie im Nachhinein auch dafür verantwortlich sich ein genehmes Bild im Kopf zu erstellen und sich so die Geschichte noch besser bildlich vorzustellen. Ich muss sagen gerade die letzten paar Seiten des Buches als Franz verhaftet wird und noch einmal seine Augen schließt, habe ich mir selber Gedanken gemacht wie Franz sich wohl genau in diesem Moment gefühlt hat. Genau so ging es mir ganz am Ende des Buches als Anezka noch einmal zur Trafik kommt und in die verlassene Trafik hineinschaut. Einfach dieser Gedanke zu wissen was sie in diesem Moment denkt macht dieses Buch einfach so gut und ich kann es nur jedem empfehlen. 👍👍👍