Eternia
Key Facts
Kritik
Manchmal packt einen ein Buch sofort und lässt einen nicht mehr los – so ging es mir mit „Eternia“ von Andreas Brandhorst. Gleich die Vorstellung einer Galaxis mit zehntausend Sonnensystemen, regiert von einer unsterblichen Herrscherin und einer geheimnisvollen Kaste von Übermenschen, hat mich neugierig gemacht. Dann stolpert man über Sinja, die nach einem mysteriösen Absturz bei Arachniden aufwächst und als Xaka mit besonderen Kräften galaktisch bekannt wird – und plötzlich wird aus Science-Fiction eine spannende Mischung aus politischem Intrigenspiel, spiritueller Reise und Abenteuermär.
Die Figuren sind klar gezeichnet, vor allem Sinja alias Xaka zieht einen sofort in ihren Bann. Sie ist nicht nur eine Art Ikone, sondern auch greifbar mit Ecken und Kanten, was das Lesen sehr lebendig macht. Amaya Mo, die unsterbliche Souveränin, gibt der Geschichte die nötige Schwere und das Gefühl von großer Macht, das zugleich bedrohlich wirkt. Brandhorsts Schreibstil ist dabei angenehm flüssig, fast filmisch; die Beschreibungen der Welten und technologischen Details schaffen eine faszinierende Atmosphäre, ohne sich in endlosen Exkurven zu verlieren.
Was mir besonders gefiel, ist die Balance zwischen Action, philosophischen Fragen und einer gut austarierten Portion Mystery. Es wird nicht nur auf Effekte gesetzt, sondern auf das Entwickeln eines Universums, das zum Träumen und Nachdenken einlädt. Einzig die ein oder andere lange Passage, in der die Machtstrukturen erklärt werden, zogen sich manchmal etwas – aber seien wir ehrlich: Komplexe Zukunftswelten brauchen eben auch ihre Zeit, um zu wachsen.
Für alle, die Lust auf eine epische, mitreißende Sci-Fi-Saga haben, die über oberflächlichen Weltraum-Krawall hinausgeht und mit einer starken Heldin aufwartet, ist „Eternia“ genau das Richtige. Andreas Brandhorst zeigt hier, warum er zu den großen Namen der deutschen Science-Fiction gehört – und macht Lust auf mehr.
4 von 5 Sternen – ein vielversprechender Auftakt, der neugierig macht auf die Fortsetzungen.
Klappentext
Unsere Galaxis, in der fernen Zukunft. Die ewige Republik Eternia vereint zehntausend Sonnensysteme, kontrolliert von den Bewahrern, einer Kaste besonders langlebiger Menschen. Die unsterbliche Souveränin Amaya Mo regiert Eternia von der Zentralwelt Proxima aus. Als ein Raumschiff auf dem Planeten Arkturion abstürzt, wird die einzige Überlebende, das Mädchen Sinja, von den dort lebenden Arachniden aufgezogen. Dreißig Jahre später ist Sinja in der ganzen Galaxis als "Xaka" bekannt, eine mit Wunderkräften begabte Heilige. Als ein Bewahrer ausgesandt wird, um das Geheimnis von Sinjas Kräften zu erforschen und sie zu töten, setzt das Ereignisse in Gang, die das Schicksal der galaktischen Republik Eternia für immer verändern werden.
Der Auftakt zur großen Zukunftssaga von Science-Fiction-Großmeister und SPIEGEL-Bestsellerautor Andreas Brandhorst