Wenn dir das hier gefiel …
Die Vakuum-Atmer
Key Facts
Kritik
Kaum hat man angefangen zu lesen, fühlt man sich fast selbst wie Teil der Raumstationscrew – dieser winzige Moment, in dem alles auf der Raumfahrt-Regel „Kein Sauerstoff im Vakuum“ ins Wanken gerät. Arthur C. Clarke nimmt uns mit auf eine Mini-Reise, die mal eben die Vorstellungskraft anfeuert, wie robust und verwundbar der menschliche Körper gleichzeitig sein kann.
Im Kern geht es um eine Crew, die plötzlich mit einer lebensbedrohlichen Situation im leeren Raum konfrontiert wird – kurz gesagt: Kann man wirklich im Vakuum überleben? Die Handlung bleibt dabei überraschend minimalistisch und konzentriert sich eher auf das pure Erlebnis als auf komplexe Charakterentwicklungen oder ein dichtes Plotgeflecht. Die Figuren bleiben sozusagen Schatten in der Geschichte, dadurch wirkt das Ganze fast wie eine wissenschaftliche Gedankenübung, die mehr staunen als mitfiebern lässt.
Clarkes Schreibstil ist gewohnt klar und präzise, leider aber auch sehr kurz angebunden. Das Ganze fühlt sich eher an wie ein Appetithappen als ein vollwertiges Werk – was manchen Leser:innen vielleicht schnell zu knapp sein dürfte. Es wird spannend, ja, aber eben auch sehr oberflächlich – keine Zeit für tiefe Emotionen oder wirklich epische Sci-Fi-Entdeckungen. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man dafür faszinierende Fakten und eine schöne Spannungskurve auf nur wenigen Seiten serviert.
Was mich etwas frustriert hat: Dieses E-Book wirkt auch ein bisschen wie ein Werbehäppchen oder eine Leseprobe, die einem eine längere Geschichte verspricht, die es gar nicht gibt. Für diesen kurzen Spaß möchte man dann doch eine vollwertige Story haben. Style und Erzähltempo sind okay, aber mehr als ein flüchtiger Eindruck bleibt nicht hängen.
Wer also Lust auf einen kurzen Science-Fact-Happen mit Clarkes typischem Witz und einer Prise Nervenkitzel hat, wird seinen Spaß dran finden. Für alle, die eine richtige Geschichte mit Charaktertiefe und Spannungsbogen suchen, ist das nichts.
2,5 von 5 Sternen – ganz nett, aber definitiv kein Highlight. Ein Snack für Zwischendurch, kein Mahlzeit.
Klappentext
Jedes Kind weiß, dass man im Vakuum nicht atmen kann. In zahllosen Büchern finden sich ekelerregende Geschichten von explodierten Raumfahrern, die natürlich grundsätzlich wahr sind. Doch der menschliche Körper kann Erstaunliches aushalten, wie die Crew einer Raumstation am eigenen Leib erfahren muss …
Die Erzählung „Die Vakuum-Atmer“ erscheint als exklusives E-Book Only bei Heyne und umfasst ca. vier Seiten.