Wir sind verschollen
Key Facts
Kritik
Schon der erste Satz hat mich mitgerissen – bei Dennis E. Taylor ist einfach immer was los, und „Wir sind verschollen“ macht da keine Ausnahme. Wer schon die früheren Abenteuer im Bobiverse geliebt hat, weiß, dass hier die Grenzen des Weltalls und der KI-Träume ständig neu ausgelotet werden. Dieses Mal stehen die Bobs nämlich vor einem echten Alles-oder-nichts-Moment: Zwischen politischen Unruhen, kniffligen KI-Dilemmas und einer Entdeckung, die das Fermi-Paradoxon löst, pendelt die Geschichte zwischen waghalsigem Sci-Fi-Spektakel und tiefgründiger philosophischer Spannung.
Die Hauptfiguren – die Bobs – sind wieder gewohnt charmant, scharfzüngig und mit einer Portion Humor ausgestattet, die das Lesen trotz der düsteren Bedrohung nie schwer werden lässt. Es ist dieser Mix aus technikverliebtem Nerd-Witz und existenziellen Fragen, der das Buch besonders macht. Taylors Schreibstil ist dabei so entspannt und locker, dass man fast vergisst, dass man eigentlich in eine komplexe Zukunftswelt eintaucht. Hier sitzt jede Szene, und die Dialoge knallen – genau so muss Science Fiction sein.
Klar, wenn man nicht gerade voll auf KI-Tüftelei und galaktische Rätsel steht, kann es zwischendurch mal ein bisschen viel werden. Die Fülle an technischen Details wächst stellenweise fast ins Unübersichtliche, was den Lesefluss hemmen kann. Und ja, Fans des Humors sollten sich darauf einstellen, dass es eine Spur dunkler und ernster wird als vorher.
Wer also Lust hat auf eine smarte, spannend erzählte Story mit einem Twist, der ganz tief in die großen Fragen des Universums eintaucht, ist hier goldrichtig. Für alle anderen könnte der „Bob-Humor“ und die philosophische Tiefe vielleicht einen Ticken zu nerdig sein. Für mich persönlich ist „Wir sind verschollen“ ein lohnendes Sci-Fi-Abenteuer mit Herz und Hirn.
4 von 5 Sternen – ein galaktisches Leseerlebnis, das Lust auf mehr macht!
Klappentext
Nach dem Krieg gegen die Sternenflotte ist im Bobiverse nichts mehr, wie es einmal war: auf mehreren Planeten hat sich eine Anti-Bob-Bewegung gegründet, eine KI bedroht den brüchigen Frieden und mehrere Bobs wollen ihren Job an den Nagel hängen.
Doch all das ist harmlos im Vergleich zu der Entdeckung, die Dädalus und Ikarus auf ihrer Reise zum Zentrum der Galaxis machen. Eine Entdeckung, die das Fermi-Paradoxon lösen könnte (Und welcher Bob kann schon widerstehen, wenn es darum geht, einem der größten Rätsel des Universums auf den Grund zu gehen?), doch gleichzeitig könnte sie auch das Ende des Bobiverse bedeuten.
Es ist also ein ganz normaler Tag im Leben der Bobs ...