Wenn dir das hier gefiel …
Die Akte Grönland
Key Facts
Kritik
Schon die erste Seite von „Die Akte Grönland“ zieht dich mitten hinein in eine Geschichte, die unter die Haut geht. Der unerwartete Tod von Pani, der durch leere Wodkaflaschen getrübte Schicksalsfall, ist nur der Anfang – und schon bald merkt man, dass hier viel mehr verborgen liegt als ein simpler Fall von Alkoholmissbrauch. Inmitten dieses düsteren Hintergrunds erzählt Nauja Lynge von Sus, einer jungen, politisch engagierten Bloggerin, die nicht nur den Mord an ihrer Tante aufklären will, sondern dabei auch Krebs des Kolonialismus an die Oberfläche bringt.
Die Handlung pendelt spannend zwischen Aarhus und Nuuk, was der Geschichte eine dynamische Tiefe verleiht. Sus ist eine großartige Protagonistin, nahbar und zugleich tough, die mit ihren inneren Konflikten und ihrer Entschlossenheit richtig lebendig wirkt. Neben der Krimihandlung flicht Lynge geschickt die ernsten sozialen und historischen Themen ein, ohne dass die Story dabei ins Belehrende abrutscht – das hat mich wirklich überrascht und beeindruckt.
Der Schreibstil ist klar, schnörkellos und flüssig, genau richtig, um die Spannung konstant hochzuhalten, ohne dass man sich durch endlose Beschreibungen quälen muss. Vielleicht kommt das Buch an manchen Stellen einen Tick zu direkt rüber, vor allem wenn es um die gesellschaftskritischen Aspekte geht, aber ehrlich gesagt passt das zum Ton und macht es umso packender.
Wer Lust auf einen Krimi hat, der mehr ist als nur ein Rätsel zum Lösen – nämlich ein Buch, das politische Themen furchtlos anspricht und dabei eine starke, moderne Heldin präsentiert – ist hier goldrichtig. „Die Akte Grönland“ packt einen bei der einen Hand und klopft mit der anderen auf den Tisch. Absolute Leseempfehlung von mir.
4,5 von 5 Sternen – weil ich gerne noch mehr von Sus lesen will, aber gleichzeitig hoffe, dass der Ton bis dahin noch ein bisschen mehr variiert.
Klappentext
Aarhus, Dänemark: Die Grönländerin Pani wird tot in einem Treppenhaus aufgefunden, umgeben von leeren Wodkaflaschen. Ein tragischer Tod, übermäßigem Alkoholkonsum geschuldet? Schnell stellt sich heraus, dass dieses diskriminierende Stereotyp gegenüber Grönländer*innen nur einen Mord vertuschen soll.
Nuuk, Grönland: Sus, politisch engagierte Bloggerin steckt beruflich und privat in einer Krise. Als sie vom Tod ihrer Tante Pani hört, bricht eine Welt für sie zusammen. Mit ihrem letzten Geld fliegt sie nach Dänemark, um herauszufinden, warum ihre Tante sterben musste. Je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto näher kommt sie einem der dunkelsten Kapitel der dänischen Kolonialgeschichte. "Die Akte Grönland" ist ein fesselnder, brisanter Kriminalroman und der Auftakt einer Reihe mit der Bloggerin Sus als junger, moderner Serienheldin.