Wenn dir das hier gefiel …
Der Nachtzug
Key Facts
Kritik
Man steigt in „Der Nachtzug“ ein – und kaum hat die Fahrt begonnen, ist man mitten im Strudel aus Verzweiflung, Angst und packender Spannung. Sebastian Fitzek gelingt es erneut, seine Leser:innen nicht einfach nur zu unterhalten, sondern regelrecht mit in die Abgründe seiner Figuren zu ziehen. Im Mittelpunkt steht Adrian Corvin, ein Berliner Strafverteidiger, dessen Leben in einer einzigen Nacht komplett zerbricht: Frau ermordet, Sohn Emil entführt. Als er schließlich im luxuriösen Royal Rail Express landet, wird klar, dass das klassische Katz-und-Maus-Spiel hier auf einer ganz neuen Ebene stattfindet – eingesperrt in einem nächtlichen Zug voller Geheimnisse und Zwiespälte.
Was mir besonders gefallen hat, ist Fitzeks Fähigkeit, ein Locked-Room-Setting so lebendig und beklemmend zu inszenieren, dass man das Gefühl hat, selbst in dem Zugabteil zu sitzen, nach Atem zu ringen und mit jedem Kapitel tiefer in einen Albtraum hineingerissen zu werden. Die Charaktere sind nicht nur Figuren, sondern echte Menschen mit Bruchstellen und unerwarteten Facetten – besonders Adrian ist so vielschichtig, dass man als Leserin wirklich mit ihm mitfiebert. Der psychologische Druck, das Unvorstellbare zu erleben, wird greifbar und zieht sich durch den ganzen Roman wie ein roter Faden.
Natürlich darf man bei Fitzek auch seinen typischen Plot-Twist erwarten, der hier mit dem luxuriösen Setting eine großartige Bühne bekommt. Der Schreibstil ist knackig, direkt und so gut dosiert, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Wer Thriller mag, die mehr sind als nur simple Nervenkitzel-Lieferanten, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal fühlt sich die Story an einigen Stellen ein bisschen zu konstruiert an, und ab und zu schleicht sich ein typisches Fitzek-Klischee ein, das man so ähnlich schon mal gelesen hat. Aber das ist verschmerzbar, wenn der Rest so intensiv funktioniert.
Fazit: „Der Nachtzug“ ist eine spannende, nervenaufreibende Fahrt durch dunkle Gefühlswelten und gefährliche Spiele, die vor allem Fans psychologischer Thriller anspricht, die gern ein bisschen mehr Tiefe suchen. Wer es gern schnell, clever und mit ordentlich Gänsehaut mag, dem kann ich diesen Thriller bedenkenlos ans Herz legen.
Vier von fünf Sternen.
Klappentext
Der Jubiläums-Thriller von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek schickt dich auf eine Reise in einem der luxuriösesten Züge der Welt – nonstop durch die tiefsten seelischen Abgründe und hinein in den größten Albtraum eines Vaters
In einer einzigen Nacht verlor der bekannte Berliner Strafverteidiger Adrian Corvin alles, was ihm im Leben wichtig war: Seine Frau Judith wurde brutal ermordet, sein fünfjähriger Sohn Emil entführt. Die geständige Mörderin lockt Adrian in den Royal Rail Express, einen der luxuriösesten Nachtzüge der Welt, in dem jedes Abteil sein eigenes Schlaf-, Bade- und Wohnzimmer hat.
Hier unterbreitet sie ihm ein diabolisches Angebot. Die Psychopathin verspricht, Emil lebend zurückzubringen. Unter einer völlig unerfüllbaren Bedingung, die nur eine Wahnsinnige stellen kann ...
Raffinierter Psychothriller mit Gänsehaut-Garantie vom Meister der unvorhersehbaren Twists
Der vielfache #1-Bestseller-Autor Sebastian Fitzek lässt uns in »Der Nachtzug« wieder einen tiefen Blick in die Abgründe menschlicher Seelen werfen. Das Locked-Room-Setting im Luxuszug sorgt für eine packende Atmosphäre, die den Thriller über die verzweifelte Suche eines Vaters nach seinem verschwundenen Kind zum unwiderstehlichen Pageturner macht.