Wenn dir das hier gefiel …
Ich jage dich
Key Facts
Kritik
Kaum hat man „Ich jage dich“ von Lars Kepler aufgeschlagen, zieht einen die düstere Atmosphäre sofort in ihren Bann – dieses Gefühl, als würde man selbst vom Serienmörder beobachtet, ist unangenehm nah und unglaublich verstörend. Die Geschichte beginnt mit einem perfiden Muster: Ein Killer sucht sich Frauen, die alleine wohnen, filmt sie heimlich durch ihre Fenster und stellt die Clips online – um sie anschließend zu töten. Die Spannung steigt mit jeder Seite, denn die Polizei ist ständig einen Schritt hinterher. Doch beim vierten Opfer wird alles anders, und plötzlich steht ein bewusstloser Mann am Tatort. Ist er der Täter, oder steckt mehr dahinter?
Die Hauptfiguren sind solide gezeichnet, mit einem Fokus auf die Ermittler, die man gern durch ihr nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel begleitet. Lars Keplers Schreibstil ist knackig und direkt, mit kurzen Kapiteln, die das Tempo hochhalten – perfekt für alle Fans von Thrillern, die keine Geduldsfäden haben. Besonders gefallen hat mir, wie geschickt der Autor mit falschen Fährten spielt, sodass man bis zum Schluss mitraten will und ständig im Unklaren bleibt. Die düstere Grundstimmung trägt einiges dazu bei, dass einem das Buch kaum aus der Hand fällt.
Klar, es ist nicht unbedingt das innovativste Szenario – Serienmörder in Thrillerform kennt man ja zuhauf –, und manchmal werden Klischees doch recht freizügig verwendet. Auch ein paar Nebenplots hätten etwas mehr Tiefe vertragen können, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren. Der hohe Spannungslevel kompensiert das aber locker.
Wer auf rasante, fesselnde Krimis mit einer ordentlichen Portion Grusel steht und keine Scheu vor unheimlichen Situationen hat, sollte hier ohne Zögern zugreifen. „Ich jage dich“ ist genau das richtige Buch für spannende Abende auf der Couch – vielleicht besser mit Licht an!
4 von 5 Sternen – ein packender Thriller, der Spaß macht, aber kleine Schwächen nicht ganz versteckt.
Klappentext
Die Kriminalpolizei versucht alles, um einen nächsten Mord zu verhindern. Aber der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus. Beim vierten Mordopfer ist das Muster jedoch durchbrochen: Die Ermittler finden am Tatort einen bewusstlosen Mann. Ist er etwa der Täter?