Wenn dir das hier gefiel …
Echo einer Winternacht
Key Facts
Kritik
Manchmal hat man dieses Gefühl, ein Buch könnte einen richtig packen – und dann stolpert man doch ein wenig über die Geschichte. So geht es bei „Echo einer Winternacht“ von Val McDermid, das mit einem spannenden Cold Case in einem verschneiten schottischen Städtchen startet. Vier Studenten entdecken 1978 die Leiche einer Kellnerin, und Jahre später nimmt DCI Karen Pirie die Ermittlungen wieder auf. Das klingt erstmal nach einem vielversprechenden Mix aus Vergangenheit und Gegenwart, Rätsel und Spannung.
Die Figuren sind interessant angelegt, vor allem Karen Pirie macht als junge Ermittlerin eine solide Figur, auch wenn ihre Entwicklung etwas vorhersehbar bleibt. Die Atmosphäre Schottlands – eisig, düster, ein bisschen geheimnisvoll – zaubert McDermid richtig gut aufs Papier. Ihr Stil ist klar und direkt, was mir gefallen hat, denn dadurch bleibt der Lesefluss erhalten und man ist schnell mitten drin. Es gibt diese Momente, in denen man denkt: „Jetzt geht’s los!“ Doch leider verliert sich die Handlung hier und da in Logiklöchern und Wendungen, die eher an ein Drehbuch für eine seichte Fernsehserie erinnern. Ein bisschen mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit hätten dem Ganzen enorm gutgetan.
Trotzdem macht die Autorin natürlich nichts grundlegend falsch – das Buch liest sich solide, bietet ein paar nette Schatten über Freundschaft und Schuld, aber der große Wow-Effekt will einfach nicht zünden. Wer also einen klassischen, sehr nüchternen Krimi ohne allzu viel Überraschung sucht, könnte hier auf seine Kosten kommen. Fans von Val McDermid mit hohem Anspruch an psychologische Raffinesse stoßen möglicherweise schneller an Grenzen.
Am Ende bleibt ein Krimi, der handwerklich okay ist, aber nicht mehr – für mich persönlich zu wenig, um richtig Spaß zu machen.
2 von 5 Sternen – ein solides Werk, das aber deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt.
Klappentext
ein psychologisch ausgefeilter und atmosphärisch dichter Krimi von Bestseller-Autorin Val McDermid
Eine eisige Winternacht im schottischen Universitätsstädtchen St. Andrews, 1978: Im dichten Schneetreiben wollen vier Studenten auf dem Heimweg von ihrer Stammkneipe eine Abkürzung nehmen – und stolpern auf dem alten keltischen Friedhof über die blutüberströmte Leiche der Kellnerin Rosie Duff. Obwohl ihnen die Polizei nichts nachweisen kann, geraten Alex Gilbey und seine Freunde unter Mordverdacht, der Fall bleibt ungelöst.
25 Jahre später ist die junge Polizistin Karen Pirie für Cold Cases zuständig und rollt den Fall Rosie Duff wieder auf. Zeitgleich kommen kurz hintereinander zwei der vier Verdächtigen von damals auf mysteriöse Weise ums Leben. Alex Gilbey glaubt nicht an einen Zufall – er muss schnellstens herausfinden, wer es auf die Freunde abgesehen hat, bevor er selbst das nächste Opfer wird ...
Die schottische Bestseller-Autorin Val McDermid beweist auch mit »Echo einer Winternacht«, dass sie »eine Meisterin ihres Fachs ist« (NDR). Wie in den anderen Bänden der Krimi-Reihe mit Karen Pirie wird ein Verbrechen in der Gegenwart mit einem Cold Case verknüpft, der weit in die Vergangenheit zurückweist.
»Ein packendes und intelligentes Krimi-Drama rund um die Themen Freundschaft, Schuld und Moral.«
SPIEGEL SPEZIAL
Die Krimi-Reihe mit DCI Karen Pirie ist in folgender Reihenfolge erschienen:
• Echo einer Winternacht
• Nacht unter Tag
• Der lange Atem der Vergangenheit
• Der Sinn des Todes
• Das Grab im Moor