Wenn dir das hier gefiel …
Grimmbart
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich „Grimmbart“ zu lesen begonnen, war ich wie hypnotisiert von dieser Mischung aus düsterem Mordfall und charmantem Alltagschaos. Kluftingers neuester Fall entführt uns ins urige Schloss von Bad Grönenbach, wo nicht nur das Opfer wie aus einem alten Gemälde inszeniert wurde, sondern auch ein unheimlicher Mann mit gelben Augen die Spannung ordentlich anheizt. Parallel stolpern wir mit Kluftinger durch seine ganz eigene Märchenwelt – inklusive Schwiegereltern aus Japan und dem ewigen Nervzwerg Langhammer.
Die Charaktere sind wieder wunderbar lebensnah, allen voran Kluftinger selbst, der mit seinen zynischen Kommentaren und liebenswerten Tollpatschigkeiten genau den Humor trifft, der diese Reihe so beliebt macht. Der Schreibstil von Klüpfel & Kobr ist flüssig und pointiert, man wird regelrecht durch die Seiten getragen und entdeckt mit einem Schmunzeln, wie spannend schwäbisch-bayerische Krimigeschichten sein können. Besonders gut gefiel mir, wie gekonnt die Autoren die mystische Atmosphäre des Schlosses mit der humorvollen Familiengeschichte verbinden.
Kritisch anmerken muss ich allerdings, dass die persönliche Story um Kluftingers Familie manchmal so breitgetreten wirkt, dass sie dem eigentlichen Krimi ein wenig die Luft zum Atmen nimmt. Die Auflösung des Falls wirkt zudem an einigen Stellen ein kleines bisschen zu abrupt und überhastet. Trotzdem - das schmälert den Lesespaß kaum, denn dafür wird man mit originellen Begegnungen und einer tollen Stimmung mehr als entschädigt.
Wer gerne spannende Krimis mit einer Prise Humor und einer ordentlichen Portion bayerischem Flair mag, ist bei „Grimmbart“ genau richtig. Ein Buch, das sich locker weglesen lässt und dabei doch intelligent unterhält. Für mich eine starke 4.5 von 5 Sternen – ich freue mich jetzt schon auf die nächste Kluftinger-Geschichte.