Wenn dir das hier gefiel …
Transatlantik
Key Facts
Kritik
Man merkt sofort: Volker Kutscher versteht es, Spannung und Atmosphäre so zu verknüpfen, dass man mitten im Berlin der 1930er Jahre steht – nur eben mit dem Blick über den großen Teich. „Transatlantik“ nimmt uns mit auf eine packende Reise zwischen der bedrückenden Stimmung im Deutschland des Jahres 1937 und den Hoffnungen, Ängsten und Geheimnissen, die jenseits des Atlantiks lauern.
Im Zentrum der Handlung steht Charlotte Rath, eine Frau, die zwischen familiären Tragödien und politischen Umbrüchen ihren Weg sucht. Ihre Geschichte, gepaart mit dem Schicksal des untergetauchten Gereon Rath und dem mysteriösen Verschwinden von Gretas, zieht dich sofort in den Bann. Besonders spannend fand ich, wie Kutscher nicht nur einen Kriminalfall spinnt, sondern gleichzeitig so viel Zeitgeist transportiert – man fühlt sich fast, als stünde man persönlich auf dem Zeppelin, der weg vom düsteren Deutschland in Richtung Amerika abhebt.
Die Figuren sind dabei alles andere als eindimensional: Charlotte wirkt so echt, mit Ecken und Kanten, dass man sie einfach gernhaben muss – trotz ihrer Schwächen. Der Schreibstil ist schnörkellos, klar und trotzdem voller Details, die das Kopfkino richtig anheizen. Ein paar Passagen ziehen sich für meinen Geschmack hin, vor allem wenn der Fokus lange auf Nebenhandlungen liegt, aber das tut der Gesamtspannung zum Glück keinen großen Abbruch.
Wer Lust hat auf eine Mischung aus historischer Kulisse, einem starken Frauenportrait und einem undurchsichtigen Kriminalfall, der ist hier genau richtig. „Transatlantik“ bietet nicht nur Krimifeeling, sondern auch eine lebendige Zeitreise und das hin und wieder mit einer Prise Drama, die einen nicht kaltlässt.
Kurz und knapp: packend, atmosphärisch und ganz nah am historischen Puls. Dafür gibt’s von mir solide 4,5 von 5 Sternen. Wer auf Geschichte trifft Krimi und ein bisschen Abenteuer steht, sollte unbedingt reinhören.
Klappentext
Die Familie Rath ist zersprengt. Eigentlich wollte Charlotte Rath, geborene Ritter, schon längst im Ausland sein, doch halten die Umstände sie in Berlin fest. Ihr ehemaliger Pflegesohn Fritze ist in die geschlossene Abteilung der Nervenheilanstalt Wittenau gesteckt worden, ihre beste Freundin Greta spurlos verschwunden und steht unter Mordverdacht. Dem untergetauchten und von den Behörden für tot gehaltenen Gereon Rath wird es derweil zu gefährlich in Deutschland, er besteigt den Zeppelin, um in die USA zu entkommen. Während Charly versucht, Fritze aus der Klinik rauszupauken, das Verschwinden von Greta zu klären und den Mordfall zu lösen, geschehen jenseits des Atlantiks Dinge, die sie niemals für möglich gehalten hätte.