Wenn dir das hier gefiel …
Tote Frauen verzeihen nicht
Key Facts
Kritik
Manchmal trifft einen ein Buch direkt ins Herz – „Tote Frauen verzeihen nicht“ ist so ein Fall. Die kalte Silvesternacht in Stockholm 1895/96 wird zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens, das mehr aufdeckt als nur einen einzelnen Kriminalfall. Hier geht es um Mut, um Zusammenhalt und darum, das Schweigen zu brechen, das so viele Frauen damals und auch heute noch umgibt.
Im Mittelpunkt stehen vier ganz unterschiedliche Frauen, die gemeinsam versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen: Hildur, die junge Näherin mit einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn, Olga, eine wohlhabende Witwe, die ihre Privilegien nutzt, Edit, das Dienstmädchen, das mehr sieht, als es sollte, und Fredrika, die scharfsinnige Waise, die brilliert, ohne sich anzubiedern. So verschieden sie sind, ziehen sie an einem Strang – das macht ihre Dynamik unglaublich stark und die Geschichte zugleich menschlich und packend.
Katarina Wennstam hat hier einen klaren, direkten Stil gewählt, der ohne Schnickschnack auskommt, aber genau deshalb die Atmosphäre so dicht werden lässt. Man spürt förmlich die Kälte, sieht den Nebel über den Straßen Stockholms und spürt den Druck, der auf den Frauen lastet. Das Zusammenspiel aus Krimi und Gesellschaftskritik, gewürzt mit feministischen Untertönen, macht das Buch richtig spannend und relevant.
Klar, ab und zu hätte ich mir ein wenig mehr Tempo gewünscht – stellenweise zieht es sich etwas, und manche Rückblenden wirken fast ein bisschen zu sehr ausgebreitet. Aber das wird schnell vergessen, weil die Geschichte so viel Gewicht hat und die Figuren so lebendig sind.
Wer Lust auf einen historischen Kriminalroman hat, der nicht nur gut unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt, ist hier genau richtig. „Tote Frauen verzeihen nicht“ nimmt dich mit auf eine Reise, die unter die Haut geht, sich aber immer nahbar und ehrlich anfühlt.
Vier Sterne von fünf – ein intensives Leseerlebnis, das Mut zeigt und Frauen eine Stimme verleiht. Definitiv lesenswert.
Klappentext
Stockholm, Silvester 1895/96: In der klirrenden Kälte der Neujahrsnacht entdeckt die junge Näherin Hildur die Leiche einer Frau im Hinterhof ihres Mietshauses – neben ihr ein toter Fötus. Die Tote ist Emma Josefina, gerade einmal 16 Jahre alt und Dienstmädchen im Haushalt des angesehenen Bauherrn Johan Henrik Creutz.
Hildur kann das grausame Bild der jungen Toten nicht vergessen. Gemeinsam mit drei Mitbewohnerinnen – der wohlhabenden Witwe Olga, deren Dienstmädchen Edit und der scharfsinnigen Vollwaise Fredrika – beginnt sie, Fragen zu stellen, die niemand hören will. Was die vier Frauen aufdecken, ist mehr als ein Verbrechen: Es ist ein Blick in die dunklen Abgründe einer Gesellschaft, in der Frauen kaum mehr als Besitz sind.
Ein atmosphärischer historischer Kriminalroman über Mut, Solidarität und die Suche nach Gerechtigkeit – mitten im Schweden des 19. Jahrhunderts.
Die Kriminaljournalistin Katarina Wennstam gehört zu den meistgelesenen Autorinnen Schwedens. Ihre Bestseller-Krimiserie um vier ungleiche Frauen wurde mehrfach ausgezeichnet und von der Presse gefeiert:
"Wennstams Darstellung von Frauen ist schlichtweg genial." Smålandsposten
"Aufrüttelnd, äußerst unterhaltsam und mit klaren feministischen Untertönen – lebende Frauen verzeihen ebenfalls nicht!" Alingsås Tidning
"Katarina Wennstam hat gründlich recherchiert und viele Details über die Lebensumstände von Frauen jener Zeit eingewoben." Dagens Nyheter
"Mitreißend und unterhaltsam." Bibliotekstjänst