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Das München-Komplott
Key Facts
Kritik
Kaum schlägt man „Das München-Komplott“ auf, spürt man sofort die dichte Atmosphäre eines ungelösten Verbrechens, das Deutschland bis heute beschäftigt. Wolfgang Schorlau führt uns mitten hinein in die Schattenwelt eines Attentats auf das Münchner Oktoberfest 1980 – und das mit einem Protagonisten, der sich als ehemaliger Zielfahnder und jetzt Privatermittler Georg Dengler ziemlich clever durch all die Nebel aus Widersprüchen und Halbwahrheiten kämpft.
Die Geschichte startet vermeintlich wie ein klassischer Fall von Rechts und Links, Attentat und Einzeltäter – doch schon bald ist klar: Hier stimmt einiges nicht. Schorlau zieht geschickt an den Fäden einer komplexen Verschwörung, bei der politische Verstrickungen und Geheimdienstspiele die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge verwischen. Dengler ist dabei kein übermenschlicher Held, sondern ein bodenständiger Ermittler, dessen nüchterner Blick und feiner Spürsinn dafür sorgen, dass man als Leserin oder Leser richtig mitfiebert. Dazu kommen kleine Details, die überraschen: Weinempfehlungen und kulinarische Notizen lockern das Ganze auf und machen das Erzählen lebendig.
Der Schreibstil? Klar, schnörkellos, aber keineswegs langweilig. Schorlau versteht es, Spannung aufzubauen, ohne in hektische Action zu verfallen – eine should-read-Lektüre für alle, die mehr wollen als nur bloße Unterhaltung, sondern auch Denkanstöße. Allerdings muss ich zugeben, dass sich die politischen Andeutungen und der investigative Tiefgang nicht für jede:n perfekt eignen. Wer auf schnelle Plot-Twists oder pure Thriller-Action aus ist, könnte an manchen Stellen durch die detaillierte Darstellung des Ermittlungsprozesses geduldig bleiben müssen.
Letztlich ist „Das München-Komplott“ mehr als ein Krimi – es ist eine Reise durch ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte, punktgenau erzählt, mit einer Ermittlerfigur, die man so schnell nicht vergisst. Für alle, die politisch motivierte Thriller lieben und es spannend, nachvollziehbar und ein bisschen klug mögen: Unbedingt zugreifen.
Vier Sterne? Nein, eher eine klare Fünf von fünf – packend, politisch, facettenreich. Hier stimmt einfach alles!
Klappentext
Das Bundeskriminalamt bittet seinen früheren Zielfahnder und heutigen Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den verheerenden Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen. Dengler denkt zunächst, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche.
Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während glaubhafte Zeugenaussagen ihn unmittelbar vor der Tat mit weiteren Personen gesehen haben? Als Dengler tiefer in den Fall eintaucht und unbequeme Fragen stellt, gerät er selbst ins Fadenkreuz mächtiger Interessen.
In »Das München-Komplott« entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen einen packenden Politthriller, der von der ersten bis zur letzten Seite in Atem hält.
Alle Fälle von Georg Dengler:
Die blaue ListeDas dunkle SchweigenFremde WasserBrennende KälteDas München-KomplottDie letzte FluchtAm zwölften TagDie schützende HandDer große PlanKreuzberg BluesBlack Forest
Die Bücher erzählen eigenständige Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden.