Wenn dir das hier gefiel …
Sieben Tage und ein ganzes Leben
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es nur einen Brief, um ein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen – genauso erging es mir beim Lesen von „Sieben Tage und ein ganzes Leben“. Patricia Finn nimmt uns mit auf eine Reise, die ganz leise und doch so kraftvoll erzählt wird. Im Mittelpunkt stehen Stafford Hopkins und seine Frau Agnes, die sich in ihrem großen, luxuriösen Haus auf Maui eher fremd geworden sind, als dass sie dort ihren Ruhestand genießen. Plötzlich steht ein unerwartetes Erbe in Form von vier Waisenkindern vor der Tür – und mit ihnen eine Vergangenheit, die Stafford lange verdrängt hat.
Die Figuren sind faszinierend menschlich: Stafford als gebrochener Mann, der versucht, sein Leben neu zu ordnen, und Agnes, die mit ihrer launischen Art ganz schön viel Stimmung in die Geschichte bringt. Patricia Finns Schreibstil ist dabei herrlich unaufdringlich, aber mit viel Tiefgang – an manchen Stellen musste ich wirklich schmunzeln, an anderen wurde es mir ganz schön nah. Das Buch lebt von seinen kleinen, präzisen Momenten, die mehr sagen als tausend Worte. Man spürt die innere Zerrissenheit, den Kampf mit alten Dämonen und den zaghaften Willen zur Versöhnung.
Klar, hier und da zieht sich die Handlung ein bisschen und es dauert, bis der Spannungsbogen an Fahrt aufnimmt. Manche Wendungen sind vorhersehbar, aber gerade das macht das Buch auch so angenehm „ehrlich“. Kein Happy-End-Kitsch, sondern eine Geschichte, die das Leben schreibt – mit all seinen Fehlern und überraschenden Chancen.
Wer Lust auf eine berührende, nachdenkliche Lektüre hat, die ganz ohne Schnickschnack auskommt, ist bei Patricia Finn genau richtig. „Sieben Tage und ein ganzes Leben“ ist kein Roman, den man mal eben wegliest, sondern einer, der noch ein Weilchen nachklingt.
Ich vergebe solid 4 von 5 Sternen – weil diese Geschichte zwar nicht perfekt, dafür aber umso authentischer ist. Ein Buch für alle, die sich gerne auf ein ruhiges, berührendes Familien-Drama einlassen wollen.
Klappentext
Nach dem Ende seiner Karriere als TV-Produzent zieht sich Stafford Hopkins zusammen mit seiner launischen Frau Agnes auf sein Luxusanwesen auf Maui zurück. Doch statt den wohlverdienten Ruhestand im Paradies zu genießen, zermürben sich Agnes und Stafford gegenseitig in dem viel zu großen Haus, das doch kein Zuhause ist, und in ihrer Ehe, die keinem von beiden mehr Nähe bietet. Dann reißt ein Brief sie aus ihrer Starre. Stafford wurde zum Vormund von vier Kindern ernannt, von deren Existenz er nichts wusste: den Enkelkindern seines verstorbenen Jugendfreundes Bobby. Stafford kehrt zurück nach Kanada in seine Heimatstadt, wo er sich mit einem dunklen Geheimnis auseinandersetzen muss, das er seit Jahrzehnten verdrängt. Konfrontiert mit den vier Waisenkindern, für die er plötzlich verantwortlich sein soll, wird schnell klar: Nur wer sich seiner Vergangenheit stellt, kann auch eine Chance auf eine Zukunft haben ...
Ein bewegendes Debüt voller scharfsinnigem Witz und Tiefsinn über Liebe, Barmherzigkeit und zweite Chancen.