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Im Schatten der Drohnen
Key Facts
Kritik
Der Moment, in dem man merkt, dass Krieg nicht nur Nachrichten, sondern unfassbar persönliche Schicksale bedeutet, trifft hier mitten ins Herz. „Im Schatten der Drohnen“ von Alexander Gertz ist keine bloße Kriegsreportage, sondern ein intensives, fast schon beklemmendes Tagebuch eines jungen Mannes, der sich mitten ins Inferno der Ukraine begibt – nicht als Journalist, sondern als Helfer und Soldat.
Die Handlung folgt Gertz, einem Studenten mit ukrainisch-russischen Wurzeln, der aus der Ferne in den Krieg hineingezogen wird. Statt sich in Sicherheit zu wiegen, sucht er den direkten Kontakt an der Front, wo sich Realität und Albtraum verdichten. Viel mehr als trockene Fakten liefern die Erlebnisse Einblicke in den Alltag eines Krieges, der von Drohnen, Angst und Unsicherheit geprägt ist – oftmals nah, unbequem und ganz und gar nicht hollywoodreif. Die Hauptfigur wirkt trotz des Dramas glaubwürdig und authentisch. Man spürt seine Zerrissenheit, seinen Wunsch nach Frieden und gleichzeitig den überlebensnotwendigen Pragmatismus.
Besonders beeindruckend ist Gertz’ Erzählstil: Klar, präzise und dennoch lebendig, mit einer Prise persönlicher Reflexion, die das Buch weit über den reinen Dokumentationscharakter hebt. Es liest sich flott, auch wenn die Themen schwer auf der Seele lasten. Ein kleines Minus gibt’s für die manchmal etwas sprunghaften Erzählpassagen, die gerade zu Beginn ein wenig Orientierung kosten können. Aber das verzeiht man gern bei so einem rohen und ehrlichen Bericht.
Für alle, die sich für aktuelle Konflikte interessieren, aber keine Lust auf langweilige, distanzierte Berichte haben, ist dieses Buch eine echte Empfehlung. Keine Wohlfühllektüre, aber eine notwendige Erinnerung daran, dass hinter jeder Schlagzeile Menschen stehen, die viel mehr verdient haben als nur flüchtige Aufmerksamkeit.
Fazit: Ein mutiger, persönlicher Einblick in einen Krieg, der viel zu oft ausgeblendet wird – packend und nachdenklich zugleich.
Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Eigentlich wollte der Sohn ukrainisch-russischer Spätaussiedler Diplomat werden, um die Welt sicherer zu machen. Im Donbass begegnet ihm das Grauen. Sein Bericht aus dem Alltag eines Krieges, der langsam aus den Schlagzeilen verschwindet und dabei mit ungebremster Brutalität fortgeführt wird, soll aufrütteln. Und er lässt einen nicht so bald wieder los.
»Zum ersten Mal seit Minuten können wir verschnaufen. Und denken. Bis jetzt sind wir ziellos vor den Drohnen geflohen. Ohne Karte, ohne Funkgerät kann das genauso gut bedeuten, dass wir direkt auf russische Stellungen zulaufen. Im Ort gibt es längst keine klare Frontlinie mehr. Es kommt vor, dass uns ein Haus gehört und in den umliegenden sitzt bereits der Feind.«
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