Wenn dir das hier gefiel …
Blut für Blut
Key Facts
Kritik
Es gibt Bücher, die packen dich schon auf den ersten Seiten am Kragen – „Blut für Blut“ von Anna Schneider hat genau das geschafft. Die Geschichte um Sophie Roth zieht dich mitten hinein in ein düsteres Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart, in dem nicht nur äußere Gefahren, sondern vor allem die eigenen Dämonen eine Rolle spielen. Sophie, frisch von einer zerstörerischen Beziehung geflohen, versucht mit ihrem Job als Fotografin wieder Fuß zu fassen. Doch als sie die geheimnisvollen Porträts der Familie Grafinger entwickelt, tauchen längst vergessene Schatten aus ihrer eigenen Vergangenheit auf – und die Spannung schnürt einem regelrecht die Luft ab.
Die Charaktere sind keine eindimensionalen Figuren, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und echten Gefühlen, vor allem Sophie wirkt authentisch und verletzlich, aber auch stark. Anna Schneiders Schreibstil ist dabei angenehm flüssig, atmosphärisch dicht und treibt das Tempo geschickt voran – perfekt für alle, die psychologische Thrillermodelle mögen, aber keine endlosen Beschreibungen. Besonders gefallen hat mir, wie geschickt die Autorin die emotionale Achterbahn von Sophies innerem Kampf mit der äußeren Bedrohung verknüpft, das sorgt für richtige Gänsehautmomente.
Kleiner Wermutstropfen: Manche Wendungen sind doch etwas vorhersehbar, und an einigen Stellen hätte ich mir noch ein bisschen mehr Überraschung gewünscht. Aber das schmälert den Lesespaß kaum, denn die Atmosphäre und die emotionale Tiefe machen das locker wett.
Fazit: Wer düstere Psychothriller mit viel Herz, Spannung und einem Hauch Geheimnis mag, landet mit „Blut für Blut“ einen Volltreffer. Anna Schneider lässt einen nicht mehr los, und nach der letzten Seite fühlt man sich fast, als hätte man selbst ein Stück dieser unheilvollen Geschichte erlebt. Klare Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Nach der Flucht aus einer manipulativen Beziehung schlägt sich Sophie Roth mit Gelegenheitsjobs als Fotografin durch. Bis sie den Auftrag erhält, analoge Porträts der vermögenden Familie Grafinger anzufertigen. Erleichtert sagt sie zu, doch bald fühlt sie sich verfolgt und belauert. Schwebt sie in Gefahr? Hat jemand herausgefunden, wer sie ist? Als Sophie die ersten Aufnahmen entwickelt, blickt sie in ein Gesicht, das sie nie vergessen konnte. Und begreift, dass die Nacht vor zwanzig Jahren, in der ihr Vater ermordet wurde, sie erbarmungslos wieder einholt.