Wenn dir das hier gefiel …
Mörderische Brise - Sturmlicht
Key Facts
Kritik
Schon in den ersten Kapiteln spürt man diese raue Ostseeluft und das unterschwellige Gefühl, dass hinter der Idylle von Ostersande viel mehr lauert als nur Meeresrauschen und Lampions. Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz haben mit „Mörderische Brise – Sturmlicht“ einen Krimi geschrieben, der einem nicht einfach nur einen Mordfall vorsetzt, sondern mit jeder Seite ein vielschichtiges Netz aus Geheimnissen und Emotionen spinnt.
Im Fokus steht Hannah Bülow, eine Polizeichefin, die nicht nur beruflich, sondern auch privat durch schwere Zeiten geht. Ihre Verbindung zur kleinen Ostsee-Gemeinde bringt eine fiebrige Intensität in die Ermittlungen. Als die junge Lehrerin Frieda Jahnke bei einem vermeintlichen Unfall stirbt, scheint alles klar. Doch Hannah gräbt tiefer – und plötzlich werden längst vergessene Schatten aus der Vergangenheit sichtbar, die ihre eigene Familie berühren. Besonders die Figurenzeichnung gefällt mir, denn Hannah wirkt nicht wie die typische Ermittlerin aus dem Klischeebuch, sondern als jemand, der kämpft, zweifelt und liebenswert menschlich bleibt.
Der Schreibstil ist flüssig, ohne langatmig zu werden, mit einer guten Portion Lokalkolorit, die die Szenerie lebendig macht. Die Autoren schaffen es, die Spannung geschickt aufzubauen, ohne auf plumpe Effekthascherei zurückzugreifen. Gleichzeitig fand ich manche Wendungen etwas vorhersehbar, was den Überraschungseffekt ein wenig schmälert, aber hey – eine absolute Offenbarung wollte ich auch nicht erwarten.
Fazit: Wer Lust auf einen atmosphärischen Ostsee-Krimi mit echten Momenten der Spannung und einer Ermittlerin zum Anfassen hat, trifft hier genau ins Schwarze. Perfekt für alle, die lieber subtil statt überdreht lesen und Freude an authentischen Figuren haben. Von mir gibt’s solide 4 von 5 Sternen. Euer nächster Crime-Nachschub, der weder abtaucht noch nur an der Oberfläche kratzt.
Klappentext
Beim Lampionfest in Ostersande, einem idyllischen Ostseebadeort, wird die junge Lehrerin Frieda Jahnke bei einem Autounfall getötet. Für Hannah Bülow, die die örtliche Polizeiwache leitet, sieht alles nach einem Unfall aus. Doch bald kommen Zweifel auf: War Friedas Tod ein perfekt getarnter Mord? Als Hannahs Tochter Nele unerwartet nach Hause kommt, erinnert sie ihre Mutter an den mysteriösen Tod am Leuchtturm, den sie als Kind vor vielen Jahren gemeinsam mit Frieda beobachtet hat. Auch damals glaubte man an ein Unglück. Je tiefer Hannah gräbt, desto deutlicher wird: Beide Todesfälle sind miteinander verbunden, und die Wahrheit reicht tiefer in das Leben ihrer Tochter, als ihr lieb sein kann.
Kommissarin Hannah Bülow, verwitwet und zurück in ihrer Heimat, ermittelt in einem weiteren Fall