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Tod in stiller Nacht
Key Facts
Kritik
Kaum schlägt man „Tod in stiller Nacht“ auf, spürt man förmlich die eisige Kälte der winterlichen Schären – und die Spannung, die einem sofort das Herz schneller schlagen lässt. Viveca Sten zieht uns mitten hinein in ein verschneites, malerisches Sandhamn, wo unter der glitzernden Oberfläche ein finsteres Geheimnis lauert. An Heiligabend beginnt die Jagd nach der Wahrheit, als eine verängstigte Frau mit dem letzten Boot ankommt und kurz darauf eine Leiche direkt vor dem Seglerhotel gefunden wird. Kriminalinspektor Thomas Andreasson muss seinen eigentlich geplanten Weihnachtsurlaub schleunigst abbrechen – und schon bald zeigen sich Schicht um Schicht die dramatischen Verstrickungen rund um eine bekannte Kriegsreporterin und einen Mörder, der cleverer ist, als man zunächst glaubt. Gleichzeitig kämpft Nora Linde mit einer beruflichen Krise, die so viel mehr in ihr durcheinanderbringt, als nur ihren Job.
Was mich besonders begeistert hat: Stens Erzählstil ist klar, prägnant und doch so atmosphärisch, dass man als Leserin fast den kalten Wind auf der Haut fühlt. Die Figuren haben Tiefe und eine angenehme Authentizität – Thomas wirkt keineswegs als unfehlbarer Ermittler, sondern als jemand, der zwischen Pflichtgefühl und privaten Dämonen schwankt. Nora bringt eine zusätzliche emotionale Ebene ins Spiel, die das Krimierlebnis wunderbar abrundet. Dazu kommt die perfekte Mischung aus Spannung und Beschaulichkeit, die man aus skandinavischen Thrillern kennt und liebt.
Natürlich gibt es kleine Schwächen. Manchmal schleichen sich ein paar Vorhersehbarkeiten ein, und gelegentlich möchte man Nora eine gehörige Portion mehr Selbstvertrauen zuschreien. Aber das nimmt dem Lesevergnügen keinen Abbruch – im Gegenteil, es macht die Charaktere greifbarer.
Wenn du auf stimmungsvolle Krimis stehst, die nicht nur mit Blut und Rätseln punkten, sondern auch mit richtigen Menschen und einem Hauch Winterzauber, dann ist „Tod in stiller Nacht“ absolut dein Ding. Leicht zugänglich, spannend bis zur letzten Seite und mit genau der Portion skandinavischer Melancholie, die man braucht, um sich an einen kalten Abend zu kuscheln.
4 von 5 Sterne – ein Winterkrimi zum Hineinversinken und nicht mehr loslassen wollen.
Klappentext
Ein Schneesturm tobt in den Schären. An Heiligabend besteigt eine verängstigt wirkende Frau das letzte Boot nach Sandhamn. Als wenig später eine Leiche vor dem Seglerhotel gefunden wird, muss Kriminalinspektor Thomas Andreasson seinen Weihnachtsurlaub unterbrechen. Bald sieht er sich mit einem komplexen Fall um eine bekannte Kriegsreporterin und einen höchst raffinierten Mörder konfrontiert. Während er verzweifelt nach der Wahrheit sucht, kommt es zu weiteren Todesfällen. Zur gleichen Zeit kämpft seine Jugendfreundin Nora Linde mit ihren eigenen Problemen, denn ihre berufliche Ehre steht auf dem Spiel – und sie muss eine Entscheidung treffen, die ihr ganzes Leben verändern wird.
»Die schwedische Antwort auf Donna Leon.« 3sat Kulturzeit
Die ›Mord im Mittsommer‹-Reihe von Viveca Sten bei dtv:
›Beim ersten Schärenlicht‹›Tod in stiller Nacht‹›Tödliche Nachbarschaft‹
Die ›Åre-Morde‹-Reihe:
›Kalt und still‹›Tief im Schatten‹›Blutbuße‹›Lügennebel‹