Wenn dir das hier gefiel …
Perry Rhodan 3395: Lügen und Legenden
Key Facts
Kritik
Manchmal zieht einen ein Buch nicht nur mit seiner Geschichte, sondern auch mit seinem ganzen Universum in den Bann – „Perry Rhodan 3395: Lügen und Legenden“ von Kai Hirdt schafft genau das. Schon nach den ersten Kapiteln merkt man: Hier geht es nicht nur um weit entfernte Galaxien, sondern um Visionen, Freundschaft, Verantwortung und ein bisschen den großen Traum, die Grenzen des Bekannten zu sprengen.
Im Mittelpunkt steht die Erde, das Zentrum eines riesigen Sternenreichs, das tausende Welten vereint und in dem Frieden und Freiheit heute gelebt werden. Perry Rhodan selbst, fast schon legendär, verfolgt die Vision, über die Milchstraße hinaus Verbindungen zu anderen Galaxien zu schaffen. Das klingt zunächst nach klassischer Science-Fiction, bekommt durch die Einführung des PHOENIX-Projekts und die geheimnisvollen Völker um die Trasse einen fesselnden, fast mystischen Twist. Besonders die Portuu – mit ihrer tragischen Geschichte und ihrem rätselhaften Hintergrund – bleiben im Gedächtnis, und der letzte Jäger des Nichts, Aelor, gibt der Handlung eine emotionale Tiefe, die mich unerwartet stark packte.
Kai Hirdts Erzählstil ist dabei wunderbar leicht und zugänglich, ohne an Komplexität zu sparen. Er schafft es, dass man der Handlung trotz der gigantischen Zeitsprünge und technologischen Details problemlos folgen kann. Die beschreibende Kraft ist dabei so lebendig, dass ich beim Lesen fast die Weite des Kosmos spüren konnte – und das ist für mich ein echtes Highlight. Die Charakterzeichnungen, besonders von Rhodan und Bull, sind angenehm vielschichtig, das gibt den Figuren genug Raum, um als echte Persönlichkeiten zu wirken und nicht nur als schmuckes Beiwerk der Story.
Kritisch muss ich allerdings anmerken, dass der Roman an manchen Stellen etwas zu sehr auf bereits etablierte Perry-Rhodan-Kenntnisse setzt. Wer neu in der Serie ist, könnte hier den ein oder anderen Moment mit Fragezeichen im Kopf erleben. Zudem hätte ich mir an manchen Stellen etwas weniger passgenaue „Erklärtexte“ gewünscht, die das Tempo bremsen – die Story ist stark genug, um auch mal ein paar Geheimnisse anzudeuten, anstatt sie sofort komplett aufzuklären.
Am Ende bleibt „Lügen und Legenden“ für mich eine richtig gelungene Fortführung des Perry-Rhodan-Universums, die sowohl Fans als auch Science-Fiction-Neulinge anspricht, die Lust auf ein großes, episches Abenteuer mit philosophischen Untertönen haben. Wer Lust auf kosmische Weiten, mysteriöse Wesen und eine Geschichte hat, die sich mit den großen Fragen von Wahrheit und Mythos beschäftigt, ist hier genau richtig.
Bonus: Es ist eines dieser Bücher, die kurz bevor man das Licht ausmacht, noch irgendwie eine Tür zum Nachdenken offenlassen – und das mag ich sehr.
4 von 5 Sternen. Ein echtes Schmankerl für alle, die Science-Fiction nicht nur als Unterhaltung, sondern als kleine Reise ins Unbekannte sehen.
Klappentext
Perry Rhodan hat darüber hinaus eine Vision: Er will die Verbindungen zu anderen Galaxien ausbauen. Das Projekt von San soll das ermöglichen, und mit Raumschiffen des Typs PHOENIX soll ein Kurierschiffsystem entstehen.
Der ursprüngliche PHOENIX ist derzeit aber unter dem Kommando von Reginald Bull im Kosmos unterwegs und auf die Trasse gestoßen, auf der vor langer Zeit die Materiequelle Geardal zu ihrem freiwilligen Opfergang transportiert wurde. Geardal ist zwar seit Langem vernichtet, aber ihre Existenz wirkt noch nach, wie der Terraner erfahren musste. Eines der geheimnisvollsten Völker, denen er begegnet, sind die Portuu, die entlang der Trasse leben, aber einer ganz bestimmten Galaxis entstammen: Malora.
Auch Aelor – der letzte Jäger des Nichts – ist einer jener Portuu und hat den Sternwürfel zurück nach Malora gebracht, um die Galaxis zu retten. Doch er kommt um Jahrtausende zu spät: Malora ist längst von den Trassenmachern zu einer toten Galaxis umgewandelt worden. Trotzdem erfüllt Aelor seinen Auftrag und löscht das Brennende Nichts. Die Trassenmacher jedoch bleiben aktiv – wie kann man sie vernichten? Die Lösung findet sich zwischen LÜGEN UND LEGENDEN …