Anton und Alma
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über eine Geschichte, die einen einfach mitnimmt – „Anton und Alma“ ist so ein Buch. Gleich zu Beginn fühlte ich mich auf eine seltsame Weise vertraut mit den beiden Hauptfiguren, obwohl ihre Welten kaum unterschiedlicher sein könnten.
Die Geschichte dreht sich um Anton und Alma, die sich als Jugendliche in der Bretagne kennenlernen und Jahre später in Berlin wieder begegnen. Trotz ihrer völlig verschiedenen Hintergründe – Anton aus einer jüdischen Akademikerfamilie, Alma aufgewachsen in einem eher rauen Umfeld am Stadtrand – verbindet sie eine intensive Liebesgeschichte. Von ersten Begegnungen, leidenschaftlichem Zusammenleben bis hin zu herzzerreißenden Konflikten im Kontext aktueller politischer Spannungen entfaltet der Roman ein Panorama von Gegensätzen und Gemeinsamkeiten, das richtig unter die Haut geht.
Dana Vowinckels Schreibstil ist dabei herrlich unprätentiös und nahbar, ohne an Tiefe zu verlieren. Ihre Figuren sind nicht diese perfekten Romanhelden, sondern echte Menschen mit Ecken und Kanten, die man entweder liebt oder versteht. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die politischen und gesellschaftlichen Themen eingewoben sind, ohne dass die Handlung dadurch schwerfällig wirkt. Man spürt förmlich, wie sehr das Leben dieser beiden von der komplexen Realität geprägt ist.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Passagen ziehen sich anfangs ein bisschen, was den Lesefluss dann kurz bremst – aber keine Sorge, das legt sich schnell. Außerdem hätte ich mir manchmal ein noch bisschen mehr Einblick in Antons Gedankenwelt gewünscht, gerade im Hinblick auf seine jüdische Herkunft und die Familienkonflikte.
Insgesamt ist „Anton und Alma“ ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und vor allem: eine Geschichte erzählt, die so viel mehr ist als nur eine Liebesgeschichte. Wer Lust auf ein modernes Portrait von Liebe und Identität in schwierigen Zeiten hat, ist hier genau richtig.
4 von 5 Sternen – weil es mich neugierig gemacht hat auf mehr, auch wenn nicht jede Stelle perfekt sitzt. Ein Buch, das man am liebsten mit Freunden teilen möchte.
Klappentext
Anton und Alma erzählt die Geschichte einer großen Liebe in einer zunehmend gespaltenen Welt. Von der Sehnsucht nach Aufrichtigkeit und Geborgenheit, von Trauer und Verlust, von Glauben und Zugehörigkeit – und von unser aller Versuch, dem Leben einen Sinn zu geben. Ein herzzerreißender, mutiger Roman darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein.