Wenn dir das hier gefiel …
Schwestern. Trotz allem
Key Facts
Kritik
Manchmal begegnet einem ein Buch, das einen sofort mitten ins Herz trifft – „Schwestern. Trotz allem“ von Max Moor gehört definitiv dazu. Die Geschichte nimmt dich mit auf eine emotionale Reise durch vier Jahrzehnte, erzählt aus den Perspektiven von drei Schwestern, die das Leben auf unterschiedliche Weise herausfordern und doch auf magische Weise miteinander verbunden bleiben.
Im Mittelpunkt stehen Gerti, Rudi und Hansi – drei Frauen, die alle etwas Schweres zu tragen haben. Gerti kämpft tapfer mit ihrer komplizierten Liebesgeschichte und der Verantwortung für ihre Kinder, Rudi leidet unter dem Gefühl, nicht zu genügen und flüchtet sich in wechselnde Beziehungen, und Hansi, die Jüngste, sucht nach ihrem Platz in der Welt und will sich um nichts binden lassen. Moor versteht es fantastisch, ihre inneren Konflikte und Hoffnungen lebendig zu machen, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Das Einfühlungsvermögen im Umgang mit den Figuren und der geschichtliche Hintergrund – die Nachwirkungen des Krieges und das harte Leben danach – geben dem Roman eine authentische Tiefe.
Der Schreibstil von Max Moor ist flüssig, warm und oft überraschend bildgewaltig, was das Lesen angenehm macht und die Emotionen hautnah spürbar. Dabei bleibt die Sprache niemals zu schwer, sondern trifft genau die richtige Balance zwischen Erzählkunst und zugänglicher Unterhaltung. Besonders gefallen hat mir, wie geschickt er die verschiedenen Lebenswege der Schwestern ineinanderwebt und dabei so viel Gefühl für das Thema Familie und Zusammenhalt zeigt.
Natürlich hätte man sich an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Tempo gewünscht – gerade in den ruhigeren Passagen zögert die Handlung manchmal. Aber das stört nicht wirklich, denn die emotionale Dichte macht das mehr als wett.
Wer Lust auf eine Geschichte voller Herz, Humor und Haltung hat und sich für Lebensgeschichten interessiert, die vom Überwinden von Grenzen erzählen, liegt mit „Schwestern. Trotz allem“ goldrichtig. Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
4 von 5 Sternen – ein warmherziger, mitreißender Roman, der Frauenpower und Zusammenhalt feiert.
Klappentext
Am Ende des Zweiten Weltkrieges verliert Gerti alles: den Vater, der verschwindet, die Mutter, die stirbt, und die Schwestern, die ins Heim verstoßen werden. Allein bleibt sie bei den Großeltern zurück. Nur drei Knöpfe, abgerissen von einer alten Kletterweste, gedacht als Glücksbringer für jede von ihnen, erinnern Gerti ihr Leben lang an die geliebten Schwestern.
Drei Schwestern. Drei Leben. Vier Jahrzehnte
Als junge Frau lernt sie den verheirateten Albert kennen und verliebt sich in ihn. Er liebt auch sie, verlässt sie jedoch wieder, kehrt zurück und verschwindet immer wieder in ferne Länder. Gerti bleibt ihm treu. Zwei Kinder entstehen aus dieser schwierigen Liebe, die sie allein großziehen muss. Dem Argwohn der Nachbarn ausgesetzt und der Gefahr, durch die Jugendwohlfahrt die Kinder jederzeit zu verlieren. Mit Stolz und ihrer Sturheit meistert Gerti das Leben, getragen von ihrem größten Wunsch: einer eigenen Familie.
Ein mitreißender Schicksalsroman über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab
Rudi, schön und glamourös, möchte nur eines: ihre Kindheit im Heim vergessen. Sie jagt von Mann zu Mann, von Ehe zu Ehe. Stets begleitet von dem Gefühl, niemandem zu genügen, kämpft sie gegen sich selbst.
Alle drei sind sie Überlebende, jede auf ihre Weise, Kinder einer Zeit, die kein Erbarmen kannte
Hansi, bald von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, ist die rastlose Jüngste, die sich weder durch Kind noch Mann gebunden fühlen möchte. Sie liebt ihre Unabhängigkeit, macht ihre Lehre als Hotelkauffrau und schließlich Karriere. Und trotzdem bleibt etwas, das fehlt.
Tief berührend und mit großer Sprachgewalt erzählt Bestsellerautor Max Moor von drei Schwestern, die einander verlieren und doch ein Leben lang nie ganz loslassen.