Wenn dir das hier gefiel …
Das Licht über dem Meer
Key Facts
Kritik
Manchmal entdeckt man Bücher, die einen ganz unerwartet packen und nicht mehr loslassen. So ging es mir bei „Das Licht über dem Meer“ von Phoebe Rowe – eine Geschichte, die mich mit einer Mischung aus Melancholie, Spannung und einer Prise Romantik ins Neufundland des frühen 20. Jahrhunderts und zurück in die Gegenwart entführt.
Im Mittelpunkt steht Silvestre Swan, dessen Leben ganz dem Leuchtturm „Swan Light“ gewidmet ist, einem Symbol der Hoffnung nach dem tragischen Verlust in seiner Familie. Parallel dazu folgen wir Mari Adams, einer ehrgeizigen Meeresarchäologin 2014, die versucht, das Rätsel um den verschwundenen Leuchtturm und sein dunkles Geheimnis zu lösen. Die beiden Zeitstränge verweben sich elegant und bringen nicht nur Spannung, sondern auch eine feine emotionale Tiefe ins Spiel. Besonders sympathisch fand ich die Charaktere: Silvestre mit seiner stoischen Kraft und Mari, deren Mut und Neugier packend illustriert werden. Und Julian, der charismatische Taucher, sorgt für den richtigen Funken zwischen den Zeilen.
Phoebe Rowes Schreibstil liest sich locker und angenehm flüssig. Sie schafft es, trotz der düsteren Themen wie Verlust und Gefahr eine leichte Erzählweise beizubehalten, ohne oberflächlich zu wirken. Die Beschreibungen der rauen Landschaft und des tosenden Meeres fühlen sich lebendig an, fast als wäre man selbst vor Ort. Manchmal hätte ich mir jedoch gewünscht, dass die Handlung an manchen Stellen etwas knackiger wäre – besonders gegen Ende zieht sich die Spannung stellenweise ein bisschen. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen in einem ansonsten sehr gelungenen Buch.
Wer gerne Geschichten mag, die Herz und Kopf gleichermaßen berühren, die historische Rätsel mit einer Prise Abenteuer und einer Prise Liebe würzen, der ist bei „Das Licht über dem Meer“ genau richtig. Ideal für alle, die sich gern von atmosphärischen Schauplätzen und gut gezeichneten Figuren verzaubern lassen.
4 von 5 Sternen – ein warmherziger Roman, der vor allem Fans von emotionalen Geschichten mit historischem Einschlag begeistert.
Klappentext
Neufundland, 1913. Silvestre Swan hat sein Leben dem Leuchtturm Swan Light gewidmet. Nach dem tragischen Verlust seines Bruders, der bei einem Schiffsunglück ums Leben kam, errichtete er damit ein Symbol der Hoffnung. Doch nun droht der Leuchtturm ins Meer zu stürzen, Silvestre Swan bittet das Dorf um Hilfe, stößt jedoch auf Ablehnung. Ein Sturm bringt eine unerwartete Verbündete in Swans Leben – aber ist es für Swan Light schon zu spät?
2014. Die amerikanische Meeresarchäologin Mari Adams nimmt einen Auftrag in Neufundland an – sie soll die Überreste eines Leuchtturms finden, der angeblich vor hundert Jahren ins Meer gestürzt ist. Ihre Auftraggeberin ist eine mysteriöse Unbekannte. Mari stößt auf Hinweise, dass der Leuchtturm mit einem Schiffswrack und der tragischen Geschichte einer jungen Überlebenden verknüpft ist. Während Mari dem Verschwinden von Swan Light und dem Schicksal seiner letzten Bewohner nachgeht, wird sie selbst Teil eines Wettlaufs gegen eine gierige Bergungsfirma. An ihrer Seite ist der Profitaucher Julian Henry, zu dem sie sich mehr und mehr hingezogen fühlt ...