Wenn dir das hier gefiel …
Drei Stücke
Key Facts
Kritik
Man taucht sofort ein in eine Welt, die laut, schrill und doch packend ist – Wolfram Lotz liefert mit „Drei Stücke“ drei Theaterstücke, die alles andere als gewöhnlich sind. Die Geschichten drehen sich um die Absurditäten unserer Zeit, verpackt in große Dramen mit einem Hauch von Größenwahn, der irgendwie genau das widerspiegelt, was wir gerade durchleben. Man begegnet Figuren, die genauso scheitern, verzweifeln und brillieren wie wir selbst – gnadenlos echt und voller Widersprüche.
Lotz’ Sprache ist ein regelrechtes Feuerwerk: witzig, wortspielreich, bisweilen fast überbordend, aber genau darin liegt der Charme. Da zischt ein Satz, da kracht eine Szene – man merkt, dass hier jemand mit Freude und Mut am Werk war. Natürlich braucht man ein bisschen Muße, um sich mitten reinzuwühlen, denn der Stil ist herausfordernd und nicht immer leicht zugänglich. Doch wer auf pointierte Gesellschaftskritik mit einem ungewöhnlichen Erzählton steht, wird hier belohnt.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt? Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichten etwas mehr Ruhepausen bekommen hätten. Die Intensität ist enorm, und wer eher sanfte Kost bevorzugt, könnte hier überfordert sein. Aber gerade das macht den Reiz aus: Dieses Buch ist ein Ritt, kein Spaziergang.
Fazit: „Drei Stücke“ ist nichts für nebenbei, sondern ein mutiges, mitreißendes Stück Gegenwartsliteratur, das sich lohnt, wenn man sich auf eine provokative, kluge und mitreißende Theater-Erfahrung einlassen möchte. Für Neugierige, die Spaß an sprachlicher Finesse und gesellschaftlichem Nervenkitzel haben.
** (4 von 5 Sternen)
Klappentext
DER GROSSE MARSCH, EINIGE NACHRICHTEN AN DAS ALL und DIE LÄCHERLICHE FINSTERNIS – drei Stücke von Wolfram Lotz und zugleich drei Entwürfe für ein unmögliches Theater!
"Alles ist ausgefallen übertrieben (…), die poesievollen Sätze, wortspielwahnwitzigen Szenen, die irrsinnstrunkenen Verse. Alles scheint aus dem Inneren einer Explosion zu stammen, einer Explosion der Wirklichkeit in Fiktion." Frankfurter Rundschau