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Kabale und Liebe
Key Facts
Kritik
# „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller – Ein Klassiker, der heute nicht mehr ganz überzeugt
Wer sich auf Schillers „Kabale und Liebe“ einlässt, betritt eine Welt voller großer Gefühle, dramatischer Konflikte und gesellschaftlicher Spannungen. Da ist diese Liebe, die gegen Intrigen und Standesunterschiede kämpfen muss – emotional und zeitlos. Zumindest verspricht es der Titel. Doch meine Freude hielt sich in Grenzen.
Inhaltlich geht es um das tragische Liebespaar Luise und Ferdinand, deren Beziehung unter dem Druck von Intrigen und standesbedingten Schranken zerbricht. Die Figuren sind intensiver Ausdruck ihrer Zeit, kämpfen mit Herzen und Ehrenkodexen. Schillers Sprache ist dabei ursprünglich kraftvoll, wenn auch manchmal etwas steif für heutige Ohren. Was mich wirklich störte, war allerdings der Zustand des vorliegenden Textes: Fehler hier und da, falsche Namen vor Szenen, sogar die Akte sind inkorrekt betitelt – das macht das Lesevergnügen unnötig schwer.
Die Charaktere tragen viel Emotion und Tiefgang in sich, und man spürt die Tragik ihrer Situation. Aber leider wird das Ganze durch die schlampige Textaufbereitung unnötig getrübt. Da hätte man als Herausgeber oder App-Anbieter wirklich mehr Sorgfalt walten lassen sollen. Ein paar Tippfehler hier und da, okay – aber wenn man ernsthaft einen Klassiker verkaufen will, sollte der Korpus wenigstens sauber redigiert sein.
Vielleicht ist „Kabale und Liebe“ ein Werk, das man eher in handfesten, gut gepflegten Ausgaben lesen sollte, bevor man sich in diese App-Version vertieft. Für Schiller-Fans wird der Stoff an sich interessant bleiben, doch für alle, die einfach nur ins Drama eintauchen wollen, ohne technische Stolperfallen, empfehle ich eher andere Ausgaben.
Fazit: Ein zeitloses Drama, das mit seinem Plot und seinen Figuren nach wie vor berührt, aber leider in dieser Form zu sehr unter der unzureichenden Textqualität leidet. Deshalb gibt es von mir nur 2 von 5 Sternen – vor allem wegen der mangelhaften Aufbereitung und Fehler im Text.
Kurz und knapp: Wer Schiller liebt und mit kleinen Patzern leben kann, kann reinlesen. Alle anderen sollten besser zu einer saubereren Ausgabe greifen.